Luftfahrt

Lauda gegen AUA: Ryanair will Lufthansa an die Wand drücken

Ryanair-Chef Michael O'Leary geht in Wien aufs Ganze - und nimmt damit bei der österreichischen Laudamotion noch höhere Verluste in Kauf. Unter dem Preiskampf der Iren leiden alle Fluggesellschaften in Wien.

Ryanair-Chef Michael O'Leary geht in Wien aufs Ganze - und nimmt damit bei der österreichischen Tochterfluglinie Laudamotion auch höhere Verluste in Kauf. Der Preiskampf trifft die Austrian Airlines immer stärker.

Ryanair will Lufthansa an die Wand drücken - Kunden ist das egal

Die AUA steht an vorderster Front eines Duells zwischen dem größten und dem zweitgrößten Airlinekonzern in Europa, zwischen der AUA-Mutter Lufthansa und Ryanair aus Irland. Dazu kommt die ungarische Billigfluglinie Wizz Air, die ebenfalls nach der Pleite von Niki nach Wien gekommen ist.

"Es gibt Strecken, da sind Tickets um 19 Euro im Markt", sagte ein Brancheninsider zur APA. "Es kann mir niemand erzählen, dass in Wien derzeit jemand Gewinne macht", so der Insider weiter. Selbst Wizz-Air-Chef Jozsef Varadi sprach im Juni von einer ruinösen Marktsituation: "Die Pleiten haben zu einer enormen Überkapazität geführt, die Preise fielen in den Keller und verursachten ein Blutbad."

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"Wir werden weiter aggressiv wachsen"

O'Leary hat mit dem Kauf der Niki-Nachfolgeairline Laudamotion und den hohen Anfangsverlusten bereits mehr als 200 Mio. Euro in Wien investiert. Ein Rückzug wäre entsprechend schmerzhaft, und danach sieht es auch nicht aus.

"Wir werden weiter aggressiv wachsen", sagte O'Leary bei einer seiner Pressekonferenzen in Wien. Erst vor zwei Wochen legte er nach: Nächstes Jahr soll die Flotte in Wien nicht auf 16, sondern auf 19 Flugzeuge steigen. In fünf Jahren will O'Leary mit Laudamotion die AUA überholt haben.

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Der Preiskampf in Wien ist eine Folge der Pleite der einstigen Niki-Mutter Air Berlin. Nach den Insolvenzen 2017 haben mehrere Billigflieger versucht, das Erbe anzutreten, woraufhin ein Match zwischen dem Platzhirsch AUA und einer Handvoll Billigfluglinien wie Laudamotion, Level, EasyJet, Vueling und Wizz Air ausgebrochen ist. Die AUA versucht seither mit Kampfpreisen die Konkurrenz aus Wien zu vertreiben.

Die spanische Billigfluglinie Level, eine Tochtergesellschaft des British-Airways-Konzerns IAG, hat bei der Expansion in Wien bereits zurückgesteckt und Wachstum nach Amsterdam verlagert. Auch die Lufthansa-Billigschiene Eurowings zieht Flieger aus Wien ab.

"Billigflieger-Schwemme" in Wien - losgetreten vom Flughafen Wien

Dass im Frühjahr 2018 so viele Billigfluglinien nach Wien gekommen sind, hängt auch mit einem neuen Tarifsystem des Wiener Flughafens zusammen. Der Airport hat nach der Niki-Pleite mit 1. Jänner 2018 ein neues Incentiveprogramm gestartet. Mit Rabatten von bis zu 100 Prozent im ersten Jahr auf das Landeentgelt für neue Strecken lockte der Flughafen Airlines nach Wien.

Dumpinglöhne und Anstellungen über irische Leihfirma

Der Preisdruck hinterlässt auch Spuren bei den Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft vida beklagt seit längerem, dass der Konkurrenzkampf zulasten der Mitarbeiter gehe. So weigert sich Wizz Air einen Kollektivvertrag abzuschließen und zahlt für seiner Wiener Crews die Lohnsteuern in der Schweiz. Bei Laudamotion werden neue Mitarbeiter über eine irische Leiharbeitsfirma angestellt. Das niedrige Grundgehalt für Flugbegleiter von 959 Euro netto sorgte kürzlich für Aufregung.

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Um Niki Lauda geht es schon lange nicht mehr

Ryanair geht mit dem Angriff auf die AUA aber nicht mehr nur um das Erbe von Niki. O'Leary will mit Laudamotion zur Nummer eins in Wien werden und die AUA vom Thron stoßen. Auch Wizz-Air-Chef Varadi erwartet eine Marktbereinigung, er sieht ebenfalls die AUA auf der Verliererseite. Dem neuen AUA-Chef Alexis von Hoensbroech, seit 1. August 2018 im Amt, stehen also turbulente Zeiten bevor. (apa/red)