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Kuka: Nach der Übernahme durch Chinesen ist der Gewinn eingebrochen

Im Zuge der Übernahme durch den chinesischen Hersteller Midea ist beim Augsburger Robotikspezialisten der Gewinn eingebrochen - und zwar um zwei Drittel. Die Übernahme kostet Kuka allein heuer 30 Mio. Euro für Beratung, Banken und Juristen. Dazu kommen Boni für Manager.

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Niedrigere Umsätze und hohe Sonderkosten im Zuge der Übernahme durch den chinesischen Midea-Konzern haben dem deutschen Roboterbauer Kuka den Gewinn verhagelt. Im zweiten Quartal verdiente der Konzern unter dem Strich nur noch knapp 10 Mio. Euro - zwei Drittel weniger als vor einem Jahr.

Millionenausgaben für Berater, Banken - und Managerboni

Der Umsatz schrumpfte um 7 Prozent auf 704 Mio. Euro, auch weil Kunden große Aufträge ins zweite Halbjahr verlagert hätten. Zudem sei der Preisdruck aus der Autoindustrie groß, erklärte der Kuka-Vorstand am Mittwoch. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach um 62 Prozent auf 15 Mio. Euro ein. Aber operativ sei Kuka "voll im Plan", versicherte Vorstandschef Till Reuter. Der Auftragseingang stieg im zweiten Quartal um 28 Prozent.

Einige größere Aufträge würden im zweiten Halbjahr ausgeführt, dann werde es umso besser laufen, vor allem in Amerika und Asien. "Wir wachsen stark in China", sagte Reuter. Kuka mache dort gut wie im Vorjahr noch ein Viertel seiner Umsätze, aber die Bestellungen aus der Volksrepublik hätten im ersten Halbjahr um 40 Prozent zugelegt.

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Er sei zuversichtlich, dass der Umsatz von 2,96 Mrd. Euro im Vorjahr auf mehr als 3 Mrd. Euro steigen werde. Der Betriebsgewinn könnte nach 136 Mio. Euro im Vorjahr eine Größenordnung von 130 Millionen erreichen.

Die Übernahme durch Midea kostet Kuka dieses Jahr 30 Mio. Euro für Beratung, Banken, Juristen, Marketing und für Bonusaktien für Mitarbeiter und Führungskräfte. Rund 21 Mio. Euro davon wurden im zweiten Quartal verbucht.

Deutsches Vorzeigeunternehmen für Industrie 4.0

Kuka gilt als eines der Vorzeigeunternehmen der deutschen Wirtschaft bei der Digitalisierung und Vernetzung ("Industrie 4.0"). Der chinesische Midea-Konzern halte jetzt mehr als 86 Prozent der Aktien, sagte Reuter. Für die Kuka-Aktionäre läuft am Mittwoch um Mitternacht die Frist ab, ihre Aktien an Midea zu verkaufen. Am kommenden Montag werde Kuka konkrete Zahlen vorliegen haben, sagte Kuka. Die Übernahme soll Ende März 2017 abgeschlossen sein, kartellrechtliche Hürden seien nicht in Sicht.

Sollte Midea dann mehr Aktien halten als geplant, wäre auch eine Kapitalerhöhung denkbar, um den Anteil wieder zu senken. Das Interesse von Investoren an Kuka sei groß, sagte Reuter.

Die 12.600 Arbeitsplätze sollen bis 2023 sicher sein. "Kuka ist eine deutsche Firma", sagte Reuter. Der starke Auftragseingang zeige, dass die Kunden auch den Zusagen zur Datensicherheit vertrauten. Mit Midea habe Kuka bessere Wachstumschancen in China. (dpa/apa/red)

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