Autozulieferer

KTM-Beteiligung Leoni erwartet auch 2021 operative Verluste

Der deutsche Autozulieferer Leoni kommt nach eigener Einschätzung 2021 nicht aus den roten Zahlen heraus. Aktuell gehören zehn Prozent am Hersteller der österreichischen Gruppe Pierer Mobility.

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Der deutsche Autozulieferer Leoni kommt nach eigener Einschätzung 2021 nicht aus den roten Zahlen heraus. "Ein positives Ergebnis werden wir in diesem Jahr noch nicht erreichen", sagte Vorstandschef Aldo Kamper mit Blick auf das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (Ebit). "Aber wir sind auf einem guten Weg dorthin."

2020 hatte der Kabel- und Bordnetz-Spezialist den operativen Verlust auf 59 (2019: 66) Millionen Euro reduziert - trotz eines Umsatzeinbruchs um 15 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand wegen Abschreibungen auf zum Verkauf stehende Firmenteile und die Kosten für das laufende Sparprogramm aber ein Nettoverlust von 330 (435) Millionen Euro. Die Sondereffekte - im vergangenen Jahr fast 200 Millionen Euro - sollten deutlich zurückgehen.

Das Sanierungsprogramm "Value 2021" soll vom nächsten Jahr an Einsparungen von 550 Millionen Euro bringen. "Ich glaube, wir sind auf dem Weg der Gesundung", sagte Kamper. Die Trennung vom Kabel-Geschäft zieht sich aber hin. Als Ganzes ließ sich die Sparte nicht verkaufen, nun sucht Leoni Käufer für Einzelteile: das Geschäft mit der Autobranche und mit der Industrie sowie für drei kleinere Bereiche. Verkauft ist bisher nur die Leoni Schweiz - verbunden mit einer Abschreibung um 28 Millionen Euro.

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Die anhaltenden Verluste ließen die Schulden von Leoni auf mehr als 1,3 Milliarden Euro steigen, die Eigenkapitalquote ist auf acht Prozent gesunken. Die Liquidität habe sich aber bei mehr als 500 Millionen Euro stabilisiert, sagte Finanzchefin Ingrid Jägering. Den Mittelabfluss konnte sie weitgehend stoppen: Der Free Cash-flow lag 2020 nur noch bei minus 69 (minus 308) Millionen Euro. Damit nahm Leoni auch den Aktionären die größten Sorgen: Die Aktie stieg um sechs Prozent auf 13,43 Euro. (reuters/apa/red)