Konjunkturprognose 2015

Kräftiger Aufschwung in Deutschland - drei Pro und drei Contra

Wie entwickelt sich die Konjunktur bei Österreichs wichtigstem Wirtschaftspartner im Jahr 2015? Hier drei Gründe für einen kräftigen Aufschwung in Deutschland - und drei dagegen.

Konjunkturprognose Konjunktur
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Die Prognosen der Experten über die Entwicklung der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr gehen weit auseinander: Die einen rechnen mit einem mageren Wachstum von rund einem Prozent, die anderen trauen Europas größter Volkswirtschaft ein bis zu doppelt so starkes Plus zu. Nachfolgend drei Gründe für einen kräftigen Aufschwung - und drei dagegen.

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Die Prognosen der Experten über die Entwicklung der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr gehen weit auseinander: Die einen rechnen mit einem mageren Wachstum von rund einem Prozent, die anderen trauen Europas größter Volkswirtschaft ein bis zu doppelt so starkes Plus zu. Nachfolgend drei Gründe für einen kräftigen Aufschwung - und drei dagegen.

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1. Argument für einen kräftigen Aufschwung:

JOB-BOOM

 

Alle Experten erwarten eine deutliche Zunahme der Beschäftigung. Hauptgrund dafür ist die enorme Zahl der Zuwanderer: 450.000 werden unter dem Strich im kommenden Jahr erwartet, nach etwa 500.000 in diesem Jahr. Auch der Aufwärtstrend bei Dienstleistungen und der hohe Bedarf an Fachkräften kurbelt die Nachfrage an.

 

 

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"Dadurch wird die Beschäftigung auch 2015 steigen", sagt Enzo Weber vom IAB-Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte mit durchschnittlich 42,8 Millionen einen Rekord erreichen, sagen Bundesregierung und Sachverständige voraus. Das kurbelt den Konsum an und schirmt die Wirtschaft gegen geopolitische Risiken ab.

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2. Argument für einen kräftigen Aufschwung:
NIEDRIGE INFLATION

 

Die Inflationsrate ist mit 0,6 Prozent derzeit so niedrig wie seit Jahren nicht mehr - vor allem wegen der Ölpreise, die sich seit dem Sommer in etwa halbiert haben. Das entlastet deutsche Verbraucher und Unternehmen im kommenden Jahr um etwa 30 Mrd. Euro, haben die Ökonomen von UniCredit ausgerechnet.

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"Ein solcher Rückgang wirkt über die Entlastung der Lebenshaltungskosten der Haushalte und der Produktionskosten der Unternehmen wie ein kleines Konjunkturprogramm", betont Bundesbankchef Jens Weidmann. Nach Schätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages kann das 0,3 Prozentpunkte an zusätzlichem Wachstum bringen.

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3. Argument für einen kräftigen Aufschwung:
IMPULSE AUS KRISENLÄNDERN

 

Nach Jahren der Schwäche kommen die Krisenstaaten Portugal, Irland, Griechenland und Spanien (PIGS) immer besser in Schwung.

 

So ist die Wirtschaft in Griechenland im abgelaufenen Quartal so schnell gewachsen wie in keinem anderen Land der Eurozone.

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Und Irland wird 2014 nach Prognose der EU-Kommission mit 4,6 Prozent Wachstums-Europameister.

 

Von der Erholung profitiert auch Deutschland. In den ersten neun Monaten legten die deutschen Exporte in die PIGS-Länder um fast neun Prozent zu - zweieinhalb Mal so viel wie die Ausfuhren insgesamt.

 

Da die Erholung nach allen Prognose im kommenden Jahr noch an Schwung gewinnen wird, dürfte die Nachfrage nach Waren "Made in Germany" noch stärker anziehen.

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1. Argument gegen einen kräftigen Aufschwung:

INVESTITIONSSCHWÄCHE

 

Die deutsche Wirtschaft läuft nur auf zwei von drei Zylindern: Konsum und Exporte wachsen ordentlich, doch die Unternehmen investieren trotz extrem niedriger Zinsen weniger. Grund dafür ist die Krise auf zahlreichen Absatzmärkten - von Russland über den Nahen Osten bis nach Afrika.

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Dazu kommt der Unmut von Investoren wegen der jüngsten Sozialpolitik der deutschen Bundesregierung: Mindestlohn, Mietpreisbremse, Rente mit 63. Dem Lager des Kapitals gefällt das naturgemäß gar nicht.

 

Der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, meint: "Die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung wirkt nicht unbedingt vertrauensstärkend."

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2. Argument gegen einen kräftigen Aufschwung:
RUSSLAND-KRISE

 

Acht Milliarden Euro verlieren die deutschen Exporteure allein in diesem Jahr im Russland-Geschäft, warnt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht, im Gegenteil...

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2015 dürfte die russische Wirtschaft wegen der westlichen Sanktionen und des Ölpreisverfalls kräftig einbrechen. Die Abwertung des Rubel dürfte deutsche Waren für viele Verbraucher und Unternehmen unerschwinglich machen.

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3. Argument gegen einen kräftigen Aufschwung:
CHINAS SCHWÄCHE

 

Der langjährige Motor der Weltwirtschaft läuft nicht mehr so rund wie gewohnt. Die Staats- und Parteiführung dürfte das Wachstumsziel für 2015 auf etwa 7 Prozent drücken. Das wäre das kleinste Plus seit mehr als 25 Jahren. Dem Exportweltmeister macht die globale Konjunkturflaute zu schaffen.

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Zudem leidet China - wie die USA - unter einer schwächelnden Binnennachfrage und einem sich abkühlenden Immobilienmarkt. Das dürfte die deutschen Ausfuhren nach China dämpfen.

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Fazit: Österreichs wichtigster Wirtschaftspartner ist auch 2015 von den Sorgen um eine ernsthafte Flaute sehr weit entfernt - offen ist lediglich die Höhe des Wachstums.

 

(reuters/apa/red)