Zulieferindustrie

Konzerntochter von HTI pleite - gesamter Konzern in Gefahr

Der oberösterreichische Zulieferer HTI schickt seine Firmentochter Gruber & Kaja mit 200 Mitarbeitern in die Insolvenz. Damit steigt die Gefahr einer Pleite des gesamten Konzerns: In Kürze will der Vorstand auch für HTI ein Sanierungsverfahren beantragen.

Im Bild: Die jüngste Meldung zum Sanierungsverfahren auf der Homepage des HTI-Konzerns.

Der börsennotierte oö. Auto- und Luftfahrtzulieferer HTI bangt um seine Existenz. Das Unternehmen schickt seine knapp 200 Mitarbeiter starke Tochter Gruber & Kaja in die Insolvenz. Bald danach wird der Vorstand der HTI auch für die Mutter beim Landesgericht Linz den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens stellen, so die HTI am Ende der Vorwoche.

Von 1.704 Mitarbeitern zu 800

Insgesamt sind mehr als 200 Jobs gefährdet. Noch vor wenigen Jahren hatte der Konzern deutlich mehr Mitarbeiter. In der gesamten Gruppe (und auch bei Gruber & Kaja) arbeiteten zu einem Höchststand 2008 insgesamt 1.704 Menschen. Zum Jahresende 2017 waren es auch noch mehr als 800 Mitarbeiter. Es kam zuletzt aber schon zu einem Stellenabbau. 2018 wurde das Kunststoffspritzgussgeschäft verkauft um Schulden zu tilgen. So schmolz die Mitarbeiterzahl deutlich zusammen.

Im Rückblick:
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Oberösterreichischer Zulieferer HTI versucht den Befreiungsschlag >>

White Paper zum Thema

Schon länger dauernde Schieflage

Der Auto- und Luftfahrtzulieferer kämpft seit Jahren mit finanziellen Problemen. 2017 betrug der Konzernfehlbetrag 9,3 Mio. Euro, 2016 lag das Minus bei 18,9 Mio. Euro. Für 2018 wurde die Bilanzveröffentlichung mehrmals verschoben. Heute wurde mitgeteilt, dass eine Veröffentlichung weiterhin unterbleibe.

Die HTI verhandelte schon länger mit potenziellen Investoren für die Tochter. Die Gespräche waren aber nicht erfolgreich. Es kam zu keiner verbindlichen Vereinbarung, "die eine Unternehmensfortführung ohne Sanierungsverfahren ermöglichen würde", so HTI.

Auch eine Zwischenfinanzierung durch den langjährigen Hauptinvestor der HTI scheiterte. Dazu sei es noch zu kurzfristigen, unerwarteten Abrufrückgängen bei einem automobilen Großkunden gekommen.

Da die HTI umfangreiche Sicherheiten für das operative Tochterunternehmen Gruber & Kaja hat, "ist damit auch die Unternehmensfortführung der Konzernspitzengesellschaft HTI nicht mehr sichergestellt". Es werde bald ein Antrag auf die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung auch über das Vermögen der HTI gestellt werden.

Aktuell dazu:
Zulieferer HTI kann Löhne für Firmentochter nicht pünktlich zahlen >>  
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Die Eckdaten zur HTI High Tech Industries AG

Die in Wien börsennotierte HTI High Tech Industries AG mit Sitz in St. Marien bei Neuhofen in Oberösterreich ist eine Technologiegruppe, die auf den Bereich Aluminium-Druckguss spezialisiert ist. 2018 wurden Stellen abgebaut und das Kunststoffspritzgussgeschäft verkauft. So schmolz die Mitarbeiterzahl auf nur mehr gut 200 zusammen. Jetzt wackelt die Fortführung des gesamten Konzerns

Der an der Wiener Börse notierte Auto-und Luftfahrtzulieferer kämpft seit Jahren mit finanziellen Problemen. 2017 betrug der Konzernfehlbetrag 9,3 Mio. Euro, 2016 lag das Minus bei 18,9 Mio. Euro.

HTI beschreibt für sich eine hohe Lösungskompetenz in der Entwicklung und Fertigung von Aluminiumkompenenten. "Technologie, Ökonomie und Ökologie sind die zentralen Aspekte, die uns bei der Entwicklung unserer Produkte, die vorwiegend in der Automobilindustrie eingesetzt werden, begleiten." (apa/red)

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