Japan

Konzernchef von Kobe Steel tritt zurück

Der Fälschungsskandal bei dem japanischen Stahlriesen Kobe Steel geht weiter. Konzernchef Hiroya Kawasaki übernimmt nun die Verantwortung.

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Externe Prüfer haben weitere Tricksereien bei dem von einem Skandal um gefälschte Produktdaten erschütterten japanischen Stahlkonzern Kobe Steel aufgedeckt. Konzernchef Hiroya Kawasaki nehme deshalb seinen Hut, teilte der drittgrößte Stahlkonzern Japans mit. Ein Nachfolger solle in Kürze benannt werden.

Einer der größten Skandale der japanischen Wirtschaftsgeschichte

Untersuchungen hätten ergeben, dass die Ursache für die Datenfälschungen auch in der Führungsstruktur gelegen sei. Deshalb solle der Vorstand künftig zu mehr als einem Drittel aus externen Direktoren bestehen. Der internen Führungsriege werde zeitweise das Gehalt gekürzt.

Die externen Ermittlungen hätten einen weiteren Verstoß zu Tage gebracht, hieß es bei der Vorlage des Untersuchungsberichts. Bei der Mooka Aluminium Anlage habe es mindestens seit den 1970er Jahren Fälle von gefälschten Daten gegeben. Kobe Steel habe die Kunden bereits über den neuen Fall informiert. Die Beteiligung des Managements an den Fälschungen beschränke sich auf das Aluminium-und Kupfergeschäft.

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Kobe Steel steht für einen der größten Skandale in der japanischen Wirtschaftsgeschichte. Das Unternehmen hatte vergangenen Herbst zugegeben, über Jahre falsche Angaben zu Festigkeit und Haltbarkeit von Aluminium-, Kupfer- und Stahlprodukten gemacht zu haben. Diese werden weltweit in Autos, Zügen, Flugzeugen und anderen Erzeugnissen eingesetzt. Konkrete Sicherheitsprobleme sind bisher nicht bekannt. (reuters/apa/red)