Klimawandel

Köstinger will Zahl der Ölheizungen halbieren - Hersteller dagegen

Bis 2030 soll sich laut Umweltministerin Elisabeth Köstinger die Zahl der Ölheizungen in Österreich halbieren. Wenig überraschend positioniert sich die Mineralölindustrie dagegen.

Die von der neuen Klima- und Energiestrategie der Regierung relativ stark betroffene Mineralölindustrie spricht sich gegen staatliche Eingriffe in die Energieversorgung und Energieaufbringung aus. Statt starrer Vorgaben und Verbote plädiert der Fachverband in einer Aussendung für "echte Technologieoffenheit und Energieträgerneutralität".

Keine Ölheizungen in Neubauten ab 2020

Bis 2030 soll sich wie berichtet laut Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) die Zahl der 700.000 Ölheizungen in Österreich halbieren. Ab 2020 sollen in Neubauten keine mehr eingebaut werden dürfen, spätestens ab 2025 soll im Bestand der Ausstieg erfolgen, beginnend mit Kesseln, die über 25 Jahre alt sind.

"Wichtig ist aus unserer Sicht, die Umsetzungsziele und den Zeitrahmen der Klima- und Energiestrategie realistisch zu gestalten", so Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie (FVMI). "Für eine gesicherte Energieaufbringung und -versorgung braucht es klare Rahmenbedingungen statt staatlicher Eingriffe sollen marktwirtschaftliche Instrumente wirken". Der Fokus müsse auf Anreizbildung statt auf Verboten einzelner Energieträger liegen, so Capek.

Die Mineralölunternehmen würden auch laufend ihre Kraftstoffe verbessern: Durch den Einsatz von innovativen Additiven und durch das sauberere Verbrennen der Kraftstoffe hätten Verbrauch und Schadstoffausstoß bereits reduziert werden können, betont die Mineralölindustrie.

Skepsis beim erwünschten Boom von Elektroautos

Skeptisch zeigt sie sich bezüglich eines Umstiegs auf Elektroantrieb. Ein Umstieg aller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auf E-Mobilität würde beim heutigen Benzin- und Dieselverbrauch allein in Österreich einen zusätzlichen Energiebedarf im zweistelligen Terrawattstunden-Bereich bedeuten - ein Energiebedarf, der zum jetzigen Zeitpunkt keinesfalls gedeckt werden könnte.

"Grundsätzlich gilt: Kein Energieträger allein kann die großen Herausforderungen der Energiewende bewältigen", so Capek. Mittelfristig werde eine Vielzahl verschiedener Antriebe wie beispielsweise mit Batterie, Wasserstoff und konventionellen Kraftstoffen nebeneinander existieren. Der Verbrennungsmotor der Zukunft werde zunehmend mit Hybrid-Antriebstechnologien kombiniert.

Auch das Heizen mit Öl stehe neben Wirtschaftlichkeit längst auch für umweltbewusste und klimaschonende Wärmeversorgung. Industrie und Wissenschaft würden ständig daran arbeiten, die Ölheizung noch sparsamer und schadstoffärmer zu machen. "Ziel ist die Entwicklung marktfähiger, innovativer und erneuerbarer Brennstoffe, die dem bisherigen Heizöl in höheren Anteilen beigemischt werden und dieses langfristig vielleicht ganz ersetzen können", so Capek.

"Eine umfassende Energiepolitik darf die Konsumenten nicht an der Verwendung eines Energieträgers hindern. Einschränkungen in der Auswahl der Technik würden lediglich mögliche Modernisierungen blockieren und können Energieeinsparungen sogar verhindern", fordert Capek. (apa/red)