Paketlogistik

Kein Verteilzentrum in Langenzersdorf: Auch Korneuburg ist gegen Logistikprojekte

Nach dem Aus für das von der Österreichischen Post geplante Verteilerzentrum in Langenzersdorf formiert sich auch in der Stadtgemeinde Korneuburg eine Abwehr gegen mögliche Projekte am Standort. Unter Anwohnern und allen Parteien herrscht diesbezüglich Einigkeit.

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Nach dem Aus für das in Langenzersdorf geplante Post-Verteilerzentrum hat die Stadtgemeinde Korneuburg erklärt, dass die Parteien geschlossen hinter der Entscheidung stehen, das für die Zufahrt notwendige Grundstück nicht zu verkaufen. "Die Stadtgemeinde Korneuburg wird sich auch gegen weitere Projekte von Logistikunternehmen in diesem Bereich aussprechen", wurde mitgeteilt.

"Grundlegende und klare Vorgangsweise"

Diese grundlegende und klare Vorgangsweise für die Zukunft habe Bürgermeister Christian Gepp (ÖVP) mit den Vertretern der Fraktionen festgelegt, hieß es in einer Aussendung. "Es ist klar, dass die Erschließung eines Gewerbegebietes im wirtschaftlich sehr attraktiven Raum Korneuburg weitere Unternehmen anlocken wird", doch die Stadtgemeinde werde auch dann die Lebensqualität der Bewohner Korneuburgs und der angrenzenden Gemeinden nicht außer acht lassen.

Zur Verhinderung des geplanten Post-Verteilerzentrums wurde erläutert: "Im Oktober 2017 wurde mangels Informationen ein einstimmiger Beschluss im Gemeinderat gefasst, sich als Stadtgemeinde in dieser Causa neutral zu verhalten."

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In den vergangenen Wochen habe die Stadtgemeinde Korneuburg eine Entscheidung über die weitere Vorgangsweise zu treffen gehabt. Daher sei in Abstimmung mit allen im Gemeinderat vertretenen Parteien entschieden worden, das für die Zufahrt zum Post-Verteilerzentrum erforderliche Grundstück nicht zu verkaufen.

Bei Unternehmen heiß begehrte Grundstücke

"Für Projekte dieser Größe erwarten wir eine professionelle Umsetzung durch den Interessenten, selbstverständlich unter Einbindung aller Beteiligten. Diese Professionalität war im vorliegenden Fall nicht gegeben, daher wurde von der Stadtgemeinde Korneuburg eine klare Entscheidung getroffen, die letztendlich zu einem Stopp des Projektes geführt hat", erklärte Bürgermeister Gepp.

"Auch wenn wir einigermaßen überrascht waren, begrüßt die SPÖ das Aus für das Postverteilzentrum in Langenzersdorf", sagte der Korneuburger Stadtrat Martin Peterl. Man sei froh, dass es nun in Korneuburg Einigkeit darüber gebe, dieses Projekt nicht mehr zu verfolgen. "Wobei alle im Gemeinderat befindlichen Parteien zu dem Betriebsgebiet stehen, aber eben nicht zum Postzentrum, sondern zu anderen Nutzungsmöglichkeiten", so der SP-Stadtrat.

Einigkeit bei Einwohnern, SPÖ, Grünen, ÖVP und FPÖ

Die FPÖ Korneuburg stehen hinter der Bürgerinitiative "Nein zum Logistikzentrum Langenzersdorf", sagte Gemeinderat Markus Schindler. "Einem Verkauf des Grundstückes hätten die Grünen in dieser Situation sicher nicht zugestimmt - ganz unabhängig vom Preis", betonte die Grüne Stadträtin Elisabeth Kerschbaum. (apa/red)

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