Firmenübernahme

Kapsch Trafficcom will bei der Lkw-Maut an die Spitze Europas

Kapsch Trafficcom kauft alle noch verbliebenen Anteile des deutschen Unternehmens Tolltickets auf - bald ist der Wiener Hersteller für die Lastwagenmaut in elf Ländern Europas zuständig. Ziel sei die Position als führender Anbieter der EU, so Kapsch Trafficcom.

Der österreichische Mautspezialist Kapsch Trafficcom wird bis Mitte 2021 mit einem Gerät die Lkw-Maut in elf EU-Ländern einheben können. Weitere EU-Staaten mit elektronischer Lkw-Maut aber auch die Schweiz sollen folgen, sobald dort die technischen Voraussetzungen geschaffen wurden. Ziel ist es, einer der führenden Anbieter für die europaweite Mauteinhebung (EETS) zu werden, teilte das Unternehmen mit.

In diesen Ländern ist Kapsch am Markt

Soeben wurde ein wichtiger Schritt gesetzt, um in Deutschland bald Mautdienste anbieten zu dürfen. Kapsch Trafficcom hofft, dass die Genehmigung nach weiteren Tests noch im 1. Quartal 2021 kommt. Bis dahin sollten Fahrzeuge auch in Norwegen, Dänemark und Schweden über das System von Kapsch bzw. Tollticket ihre Mautverpflichtungen erledigen können. Im Laufe des ersten Halbjahres sollte dann noch Belgien folgen. Schon derzeit kann die Maut in Österreich, Ungarn, Bulgarien, Frankreich, Spanien und Portugal über die Systeme von tollticket mit einem einzigen Gerät im Fahrzeug beglichen werden.

Deutscher Anbieter Tolltickets wird zur Gänze übernommen

Um den Ausbau voranzutreiben hat Kapsch Trafficcom seine deutsche Tochter Tolltickets nun zu 100 Prozent übernommen, von bisher 65 Prozent. tolltickets wird auch Mautdienste unter eigener Marke für Partnerunternehmen wie z. B. Anbieter von Flottenkarten, Kfz-Hersteller oder Mietwagenfirmen anbieten. Das Unternehmen hat auch für private Pkw Mautlösungen im Programm, auch hier wird an einer europaweiten Lösung gearbeitet, hieß es auf APA-Anfrage bei Kapsch Trafficcom.

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Mit einem Gerät pro Fahrzeug

Kapsch Trafficcom will sich als großer Anbieter unter dem europäischen elektronischen Mautdienst (EETS/European Electronic Toll Service) etablieren. Dieses sieht vor, dass alle EU-Länder mit elektronischer Mauteinhebung eine gemeinsame Schnittstelle schaffen, um so die Mauteinhebung mit einem Gerät an Bord der Fahrzeuge zu ermöglichen.

Einige Länder haben allerdings noch nicht die Voraussetzungen geschaffen, um an diesem System teilzunehmen. Daher fehlen im Programm etwa noch Italien, Polen, Tschechien, Slowenien. Auch die Schweiz stellt ihr Mautsystem um und wird sich dann dem EETS öffnen, Kroatien muss erst noch sein Mautsystem ausschreiben. (apa/red)

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