MAN Steyr

Kapazitätskürzung in Steyr: Betriebsratschef Schwarz "überrascht"

Der Betriebsratsvorsitzende von MAN in Steyr Erich Schwarz ist von Berichten über eine angedachte Kapazitätskürzung wegen der Nachfrageflaute in seinem Konzern "überrascht". Das erklärte er auf APA-Anfrage am Dienstag.

MAN Steyr Automobilindustrie

Wegen der Nachfrageflaute in Europa und Südamerika erwäge der deutsche Lkw-Bauer MAN, die Kapazität in seiner Produktion in Österreich und Deutschland zu drosseln - und das Management der Kernsparte Truck & Bus spreche mit dem Betriebsrat über eine mögliche Neuordnung der Produktion an den Standorten Steyr, München und Salzgitter, hieß es am Montagnachmittag, Industriemagazin berichtete.

Schwarz befand sich Dienstagfrüh auf der Fahrt nach München, wo für den ganzen Tag eine Wirtschaftsausschuss-Sitzung anberaumt war. Dabei präsentiert der Vorstand dem gesamten Betriebsrat die aktuellen Unternehmenszahlen. Sie findet einmal pro Monat statt.

Schwarz ist deshalb von den Berichten über mögliche Kapazitätskürzungen in Deutschland und Österreich mit rund 13.000 Menschen überrascht, weil noch vorige Woche bei einer Planungssitzung an den bis dahin vorliegenden Zahlen für 2015 festgehalten worden war. In den Planungssitzungen wird jeweils der Produktionskalender erstellt.

White Paper zum Thema

Anfang Oktober vergangenen Jahres wurde für 2.000 der 2.400 Mitarbeiter in Steyr für sechs Monate Kurzarbeit angemeldet. Sie erhalten 90 Prozent des Nettolohnes für 60 Prozent der Arbeitszeit. Schwarz meint, es seien nicht mehr 2.000, weil es in der Zwischenzeit einen natürlichen Abgang gegeben habe.

Der Lastwagenbauer laboriert seit geraumer Zeit an der schwachen Nachfrage in seinen Kernmärkten. MAN schraubte deshalb im Herbst die Gewinnprognose zurück und beantrage Kurzarbeit für die Mitarbeiter in München, Salzgitter und Steyr. Im Jänner brach der Absatz von MAN um 29 Prozent ein auf 5.600 verkaufte Fahrzeuge. (apa)

Verwandte tecfindr-Einträge