Förderungen

Käufer von Elektroautos bekommen 4.000 Euro vom Staat geschenkt

Ab dem kommenden Jahr können sich Käufer von Elektroautos über ein Geschenk der öffentlichen Hand freuen: 4.000 Euro für ein Auto mit Elektromotor oder Brennstoffzelle, 1.500 Euro für Plug-in-Hybride und 375 Euro für Fahrräder und Mopeds. Auch für Firmen gibt es Geld.

Im Bild v.l.n.r Umweltminister Andrä Rupprechter, Sprecher der österr. Automobilimporteure Günther Kerle und Verkehrsminister Jörg Leichtfried bei der Vorstellung der neuen Förderungen zur Elektromobilität.

Die Anschaffung eines Elektroautos oder eines Pkw mit Brennstoffzelle wird ab dem kommenden Jahr mit 4.000 Euro pro Fahrzeug gefördert. Für Plug-in-Hybride gibt es 1.500 Euro. Elektrofahrräder und E-Mopeds bekommen 375 Euro Zuschuss. Unterstützt wird weiters die Errichtung von privater Ladeinfrastruktur mit 200 Euro pro Box. Öffentlich zugängliche Stationen erhalten bis zu 10.000 Euro pro Stück.

Geld auch für Betriebe und Gemeinden

Ab April 2017 gibt es für E-Autos dann Nummerntafeln mit grünen Schriftzügen, die mit einigen Vorteilen verbunden sein sollen, die aber auf kommunaler Ebene noch geklärt werden müssen. Angedacht ist Gratisparken, die Nutzung der Busspur und die Erweiterung von Lieferzonen und Lieferzeiten. Nichts ändern wird sich an den Tempolimits im Rahmen der IG-Luft.

Auch für Betriebe, Gemeinden und Vereine soll es spezielle Förderungen geben. Beantragt können all die Unterstützungen ab März werden, Stichtag der Gültigkeit ist bereits der 1. Jänner 2017.

"Wir steigen mit einem 72 Millionen Euro Förderpaket ein", gab Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) bekannt. Und Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) rechnete neben ihm stehend um: "Das ist eigentlich eine Milliarde Schilling." Das Geld kommt zu je einem Drittel vom Verkehrs- und Umweltministerium sowie von den Automobilimporteuren und wird bis Ende 2018 vergeben.

Noch etwas zu früh für einen Boom

"Das Zeitalter der E-Autos ist angebrochen", ist Leichtfried überzeugt. Das Motto hatten schon die Vorgänger von Rupprechter und Leichtfried ausgegeben, von den anvisierten 200.000 E-Autos bis 2020 sind die tatsächlichen Zulassungszahlen allerdings Lichtjahre entfernt. Derzeit befinden sich rund 8.600 Elektroautos im Bestand, heuer sollen 4.500 zugelassen werden. Zum Vergleich: Insgesamt werden jährlich rund 320.000 Pkw neu zugelassen.

Dass in Deutschland das Förderprogramm für E-Mobilität bisher auf geringe Gegenliebe gestoßen ist, beunruhigt die beiden Minister nicht. Denn es würden in Österreich nicht nur die Elektrofahrzeuge unterstützt, sondern auch die Ladeinfrastruktur. Allerdings fördert auch Deutschland die Ladeinfrastruktur - bis zum Jahr 2020 sollen 15.000 Stationen unterstützt werden.

Das beliebte Argument des Klimaschutzes - und die weniger bekannten Schattenseiten der E-Mobilität

Wobei die E-Auto-Förderung auch umstritten ist. "Wir glauben, dass es für Elektroauto-Kaufprämien einfach zu früh ist, um damit wirklich einen Boom auszulösen. Dieses Steuergeld könnte man zur Förderung der Elektromobilität besser einsetzen", so ÖAMTC-Chef Bernhard Wiesinger.

Der VCÖ wiederum kritisiert, dass auch Hybridfahrzeuge - also Autos, die zusätzlich zum alternativen Antrieb noch mit fossilen Treibstoffen betrieben werden - ebenfalls eine Förderung erhalten. "Laut einer umfassenden Studie sind die tatsächlichen CO2-Emissionen von Plug-In-Hybrid Pkw fast drei Mal so hoch wie die Herstellerangaben versprechen", so der VCÖ.

EEÖ: Mit Strom aus Kohle und AKW werden Elektroautos zu Klimakillern

Auch der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich EEÖ hat den Schritt als einen "äußerst wichtiger Baustein der Energiewende" begrüßt. Doch auch die Vertreter der Erneuerbaren Energien weisen darauf hin, dass Elektromobilität nur dann etwas gegen den Klimawandel bewirkt, wenn der Strom dafür nicht aus Kohlekraftwerken oder Atommeilern fließt, sondern echter Ökostrom ist. Und derzeit decke der Ökostromausbau in Österreich nicht einmal den jährlich steigenden Strombedarf ohne Elektromobilität ab, so der EEÖ.

Sollte das E-Mobilitätspaket, was sehr zu hoffen sei, erfolgreich sein, müsse der zusätzliche Strombedarf aus Nachbarländern importiert werden, so der Verband weiter. "Jeder zusätzliche Strombedarf für E-Mobilität muss deshalb mit dem Ökostromausbau in Österreich kombiniert werden. Andernfalls gibt es keine CO2-Entlastung, da entweder nur eine Umetikettierung von bereits vorhanden (Wasserkraft)Strom erfolgt oder der Strom aus benachbarten Kohle- und Atomstromkraftwerken importiert werden muss,“ so Erwin Mayer, stellvertretender Geschäftsführer des Verbands.

"Dass die Zukunft der individuellen Mobilität in der Elektromobilität liegt, ist Gott sei Dank inzwischen Allgemeingut. Elektromobilität ohne entsprechenden Ökostromausbau wäre eine „Mogelpackung", so Verbandspräsident Peter Püspök, der seit drei Jahren ein Elektroauto fährt. (red/apa)

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