Siemens

Joe Kaeser überrascht mit einem rasantem Jahresstart

Trotz Gegenwind auf dem Weltmarkt schraubt Konzernchef Joe Kaeser die Prognose von Siemens nach oben: In der Zugsparte, bei Kraftwerken und in der Medizintechnik zieht die Nachfrage deutlich an.

Mit der Anhebung der Prognose hat Siemens-Chef Joe Kaeser die Investoren überrascht. "Wir sind stark, ich glaube sogar sehr stark ins neue Geschäftsjahr gestartet, und das vor dem Hintergrund eines schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds", sagte Kaeser zu Beginn der Hauptversammlung in der Münchner Olympiahalle.

Sein Kurs beginne sich auszuzahlen. "Der Konzernumbau ist im Wesentlichen abgeschlossen. Die frei werdende Energie werden wir in den Markt und die Technologie investieren", versprach der Manager.

Gute Entwicklung in der Zugsparte und bei Kraftwerken

Dabei sorgten ausgerechnet jene Geschäftsfelder, denen Experten am wenigsten zutrauten, für üppige Zuwächse. Großbestellungen von Kraftwerken, Zügen und die hohe Nachfrage nach Medizintechnik in China stimmten Kaeser optimistisch. Der Konzernchef stockte daher die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2015/16 um 200 Mio. Euro auf gut 5,6 Mrd. Euro auf. Die meisten Konkurrenten klagten in den Bereichen zuletzt über Einbußen.

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An der Börse kam der Ausblick an. Die Siemens-Aktien legten gegen den Trend um gut vier Prozent zu und setzte sich damit an die Spitze im Leitindex Dax.

Gewinne werden wieder investiert

Einen Großteil des Quartalsgewinns von 1,6 Mrd. Euro investiert Kaeser gleich wieder: Wie von INDUSTRIEMAGAZIN.at gemeldet, kauft der deutsche Konzern um knapp eine Milliarde Dollar oder umgerechnet 925 Millionen Euro die US-Firma CD-adapco. Ziel sei es, im Geschäft mit Simulationssoftware für die Autoindustrie Fuß zu fassen und das Konzernsegment Digitale Fabrik auszubauen.

"Konzernumbau im Wesentlichen abgeschlossen"

Kaeser beteuerte, die Ergebnisse des im Dezember beendeten ersten Quartals und die neue Prognose beruhten auf wiedergewonnener eigener Stärke seines Hauses. Der Umsatz kletterte im Auftaktquartal um 8 Prozent 18,9 Mrd. Euro, der Auftragseingang um gut ein Viertel auf 22,8 Mrd. Euro.

Damit schnitt Siemens besser ab als Erzrivale General Electric (GE), wenn auch die Münchner nicht an die Margen der Amerikaner herankommen. Sein Kurs beginne sich auszuzahlen, sagte Kaeser. "Der Konzernumbau ist im Wesentlichen abgeschlossen. Die frei werdende Energie werden wir in den Markt und die Technologie investieren", versprach der Manager.

Lob von Marktbeobachtern

Analysten lobten die Ergebnisse. "Die Zahlen überzeugen auf ganzer Linie", urteilte Volker Stoll von der LBBW. "Die robuste industrielle Leistung in dem Quartal dürfte Siemens zu einem der besten Branchenunternehmen in dieser Bilanzsaison machen", erklärte Fredric Stahl von UBS. Siemens habe mit den Ergebnissen in der Energietechnik Sorgen zerstreut, die der seit Monaten fallende Ölpreis mit sich bringe.

Kaeser hatte eingeräumt, dass Förderunternehmen weniger neue Technik bestellten, allerdings profitiere sein Haus weiter von der Wartung der installierten Anlagen.

Beim Bau von Kraftwerken kann Siemens GE und Alstom trotzen

Das Servicesegment hat traditionell sehr hohe Margen und kann kleinere Einbußen komfortabel wegstecken. Im Kraftwerksbereich konnte Siemens entgegen aller Befürchtungen GE und Alstom Marktanteile abjagen. Bei großen Gasturbinen sei der Marktanteil der Münchner von zuvor 20 auf 25 Prozent gestiegen, sagte Kaeser. Im laufenden Jahr werde er weiter wachsen. Allerdings herrsche in der Energietechnik ein knüppelharter Preiskampf.

Bei seiner neuen Jahresprognose helfen Kaeser sowohl die planmäßigen Einsparungen im Zuge des Konzernumbaus als auch kleinere Sondereffekte. Der Großteil der angepeilten Sparsumme von einer Milliarde Euro werde bereits im laufenden Jahr erreicht, kündigte Finanzvorstand Ralf Thomas an. Im zweiten Quartal kann Siemens zudem einen Buchgewinn von etwa 50 Mio. Euro aus dem Verkauf des restlichen Anteils an der Hörgerätesparte an den Finanzinvestor EQT einstreichen. (reuters/apa/red)

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