Elektronikindustrie

Japanischer Industrieriese Toshiba verschiebt seinen Finanzbericht

Der angeschlagene japanische Technologiekonzern Toshiba will offenbar seinen Jahresbericht erst später präsentieren. Im August muss der Elektronikriese den japanischen Leitindex Nikkei 225 verlassen.

Der angeschlagene japanische Technologiekonzern Toshiba will einem Medienbericht zufolge seinen Jahresbericht erst später der Öffentlichkeit präsentieren. Das Unternehmen wolle die Behörde um eine Verlängerung der Frist für die Vorlage der Zahlen bitten, schreibt die Zeitung "Yomiuri". Die Bekanntgabe sei ursprünglich für Ende Juni geplant gewesen.

Die Buchprüfer hätten aber noch kein grünes Licht gegeben. Die Finanzaufsicht dürfte der Bitte des Unternehmens nachkommen und die Frist bis Mitte August verlängern. Bei Toshiba war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Toshiba hatte am Mittwoch ein von der heimischen Regierung angeführtes Konsortium als bevorzugten Bieter für seine florierende Chipsparte ausgewählt. Das japanische Unternehmen will den Verkauf so schnell wie möglich über die Bühne bringen, um sich mit dem Erlös nach der Insolvenz der US-Kraftwerkstochter Westinghouse neu aufzustellen.

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Milliardenschwere Chipsparte wird gerade verkauft

Um finanziell Luft zu bekommen, will Toshiba seine gut laufende Speicherchipsparte verkaufen. Hier könnte bis zum 28. Juni ein Deal stehen, erklärte Konzernchef Satoshi Tsunakawa.

Noch müssen sich die Japaner aber mit ihrem US-Partner Western Digital einigen, mit dem sie gemeinsam ein Werk betreiben und der für sich ein Vorkaufsrecht beansprucht. Toshiba favorisiert dagegen ein Konsortium rund um den Finanzinvestor Bain, das mit umgerechnet 17 Mrd. Euro ein höheres Angebot vorgelegt hat.

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Toshiba fliegt aus Japans Leitindex Nikkei 225

Ab August muss Toshiba die erste japanische Börsenliga verlassen. Ab dem 1. August werde Toshiba nicht mehr im Leitindex Nikkei 225 vertreten sein, teilte die japanische Börse in Tokio mit. Toshiba-Aktien wandern dann in das darunterliegende Börsensegment.

Ein Bilanzskandal und die Insolvenz der US-Atomtochter Westinghouse hatten Toshiba in eine schwere Krise gestürzt. Das einstige japanische Vorzeigeunternehmen schreibt hohe Verluste. In der Folge ist der Kurs in den vergangenen Monaten abgesackt.

Angesichts der vielen Baustellen hat Toshiba Probleme, seine Geschäftszahlen für das zurückliegende Jahr vorzulegen. Der Konzern hat bei der zuständigen Behörde deshalb um eine Fristverlängerung bis zum 10. August gebeten, wie er mitteilte. Eigentlich wären die Daten zum 30. Juni fällig.

(reuters/dpa/apa/red)

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