"Überzogene Reaktion"

IV kritisiert geplanten Metaller-Streik

"Die überzogene Reaktion der Gewerkschaft im Rahmen der derzeitigen Gehaltsrunde ist vollkommen unverständlich", sagte IV-Präsident Georg Kapsch am Freitag in einer Aussendung.

Kollektivvertrag Georg Kapsch Veit Schmid-Schmidsfelden

Georg Kapsch: Statt Drohungen und Gesprächsverweigerung brauche es das "ehrliche Bemühen, um Lösungen zu finden".

Die Industriellenvereinigung hat Unverständnis zum geplanten Metaller-Streik geäußert. Statt Drohungen und Gesprächsverweigerung brauche es das "ehrliche Bemühen, um Lösungen zu finden".

Der unbefristet Metaller-Streik soll kommenden Dienstag um 6 Uhr früh starten. Auch die KV-Gespräche für die Sparte Bergbau/Stahl wurden abgesagt. Sie hätten heute, Freitagvormittag, stattfinden sollen

Industrie-Chefverhandler Veit Schmid-Schmidsfelden hat gestern einem Lohnabschluss über drei Prozent eine klare Abfuhr erteilt. "Einen Dreier vor dem Komma halte ich für völlig ausgeschlossen", sagte er gestern in der "ZIB2". Dass die Arbeitgeber in den nächsten Tagen aktiv das Gespräch mit den Gewerkschaften suchen verneinte er . Das Angebot der Arbeitgeber liegt derzeit bei 2,3 Prozent Lohnerhöhung, die Gewerkschaften fordern 3,4 Prozent. Außerdem will die Industrie ein "Zeitkonto-Modell" einführen.

Die Industriellenvereinigung verweist darauf, dass die Arbeitskosten in Österreich seit 2008 um mehr als 15 Prozent gestiegen sind. Die Produktivitätszuwächse seien "gleichzeitig sinkend und international vergleichsweise niedrig". Um die Kosten in den Griff zu bekommen, benötige es "kreative Arbeits- und Arbeitszeitmodelle", so Kapsch. Die Verantwortung liege nicht bei den Betrieben, sondern bei der Politik, "dass von jeder Lohnerhöhung nur 40 Prozent bei den Menschen ankommen und der Rest 60 Prozent im Staatsbudget versickern". (APA)