Gewinneinbruch bei Zumtobel

Ist DAS der Grund, warum Sommerer gehen musste?

Der Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel hat im ersten Quartal Federn lassen müssen. Der Umsatz ging um 4,4 Prozent zurück, der Gewinn brach um 22,7 Prozent ein.

Harald Sommerer Ulrich Schumacher Zumtobel

Zumtobel-Chef Harald Sommerer: Legte zuletzt massives Gewinnminus hin

Aufgrund von Auffassungsunterschieden bei der Unternehmensstrategie - so die offizielle Version - hat Zumtobel vor kurzem den Vorstand ausgewechselt. CEO Harald Sommerer und CFO Mathias Dähn müssen zum Monatsende den Hut nehmen, ab Oktober übernimmt dann der einstige Infineon-Chef Ulrich Schumacher, Industriemagazin berichtete. Die heute vom Vorarlberger Leuchtenhersteller kommunizierten Quartalszahlen werfen ein neues Licht auf die Entscheidung. Der Umsatz des Vorarlberger Konzerns, der vor einem Chefwechsel steht, ging um 4,4 Prozent auf 309,3 Mio. Euro zurück, was in etwa den Analystenerwartungen entsprach. Der Gewinn sackte um 22,7 Prozent auf 6,7 Mio. Euro ab, teilte Zumtobel am Dienstag mit. Der Ausblick fällt äußerst verhalten aus, Umsatz- und Ergebnisprognose fürs Gesamtjahr gibt es keine.

Auch operativ hat Zumtobel in den ersten drei Monaten des laufendes Geschäftsjahres verloren. Das Ebit schrumpfte um 13,8 Prozent auf 10,9 Mio. Euro. Bereinigt gab es auf Ebit-Basis allerdings einen 40,7-prozentigen Zuwachs auf 17,7 Mio. Euro. Beide Segmente hätten von den Restrukturierungsmaßnahmen aus dem Vorjahr sowie von der Weiterentwicklung des Produktportfolios profitiert, erläuterte der Konzern. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde mit 31,5 Mio. Euro ausgewiesen, das entspricht einem Zuwachs von 19,1 Prozent.

Der Rückgang des Periodenergebnisses um 22,7 Prozent auf 6,7 Mio. Euro wurde mit negativen Sondereffekten in Höhe von 6,9 Mio. Euro begründet, die sich aus dem im Juni beschlossenen Ausstieg aus der Magnetik-Technologie ergeben hätten.

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Die Nettoverbindlichkeiten stiegen um 31 Prozent auf 148,3 Mio. Euro, das Eigenkapital ging um 1,9 Prozent auf 350,5 Mio. Euro zurück und die Eigenkapitalquote verringerte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 35,6 Prozent.

Der Blick in die Zukunft fällt nicht gerade rosig aus: "Eine konjunkturelle Entspannung ist derzeit nicht erkennbar und die Visibilität weiterhin sehr gering." Wegen der hohen Planungsunsicherheit sei eine verlässliche Umsatz- und Ergebnisvorausschau daher weiterhin nicht möglich. "Neben der Kosteneffizienz stehen im laufenden Geschäftsjahr vor allem Fortschritte in der strategischen Entwicklung der Marken im Vordergrund", heißt es lediglich. Zumtobel beschäftigte in der Berichtsperiode 7.299 Mitarbeiter (inkl. Leiharbeiter), um 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Per 30. September laufen die Vorstandsverträge von Sommerer und Dahn aus - und der ehemalige Infineon-Chef Schumacher übernimmt.  Sein Einstieg wird mit Spannung erwartet, hat der 55-Jährige doch einiges an Sanierungserfahrung und gilt außerdem als Technologieexperte - für Zumtobel nicht unerheblich, da für die Vorarlberger viel an der richtigen LED-Strategie hängt. (APA/red)