Paketlogistik

Internethandel als Treiber für die Österreichische Post

Postchef Georg Pölzl rechnet mit einem starken Plus beim Paketvolumen bis 2021. Die Sortierleistung soll sich bis dahin auf 100.000 Pakete pro Stunde verdoppeln. Nach dem angekündigten Abschied der Bawag sucht die Post jetzt Finanzpartner.

Die Österreichische Post hat in den ersten neun Monaten des heurigen Jahres gut verdient, einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten die Bestellungen im Internet. Von 81 Millionen Paketen 2016 soll die Zahl bis zum Jahr 2021 auf 150 Millionen ansteigen. Die Sortierleistung wird sich bis dahin auf 100.000 Pakete pro Stunde verdoppeln. Alleine heuer hat das Paketgeschäft um zehn Prozent zugelegt.

Dies spiegelt sich auch in den Geschäftszahlen der vergangenen drei Quartale wieder: Während in der Division Brief, Werbepost und Filialen ein Umsatzrückgang von 2,2 Prozent verzeichnet wurde, gab es im Bereich Paket und Logistik einen Zuwachs von 17,8 Prozent.

Besonders gut ist das neue Produkt Päckchen angenommen worden, so Postchef Georg Pölzl bei der Präsentation der Geschäftszahlen der vergangenen neun Monate.

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In absoluten Zahlen zeigt sich aber, dass das Kerngeschäft der teilstaatlichen Post weiterhin die Briefzustellung ist - sie erwirtschaftete heuer einen Umsatz von 1,05 Mrd. Euro, während Paket/ Logistik auf 350 Mio. Euro kamen. Insgesamt erwirtschaftete die Post AG einen Umsatz von 1,404 Mrd. Euro, gegenüber 1,376 Mrd. Euro im Vorjahr (bereinigt um das deutsche Sorgenkind trans-o-flex, das im April 2016 verkauft wurde).

Heißestes Eisen: Abschied der Bawag

Zum derzeit heißesten Eisen, dem Rückzug der BAWAG aus den Postfilialen bis Ende 2020, meinte Pölzl: "Wir sind fest entschlossen weiter Finanzdienstleistungen anzubieten. Wir sind mit der BAWAG im Gespräch, prüfen aber auch andere Optionen.".
Bawag steigt aus: Post will weiter Finanzservices anbieten

Welche das wären? "Einzelgespräche kommentieren wir nicht", so der Postchef. Aktuell mache das Geschäft mit  Finanzdienstleistungen der Post mit der BAWAG über 50 Mio. Euro aus und sei rückläufig.

Streit mit türkischer Pakettochter Aras Cargo geht weiter

Nichts neues gab es auch zu den Streitigkeiten mit einer Miteigentümerin bei der türkischen Pakettochter Aras Cargo. "Der Fokus liegt auf der Wertsicherung unseres 25-Prozent-Anteils", so Pölzl. Mit dem Geschäft sei man angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen in der Türkei zufrieden. Das Schiedsgerichtsverfahren sei weiter am Laufen.

Zur Freude gereichte dem Konzernchef die heurige Nationalratswahl, die der Post einen Zusatzumsatz von rund fünf Millionen Euro bescherte. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass sich Pölzl heute als Fan direkter Demokratie outete: "Da lacht uns das Herz."

A1 als guter Partner

Besser als mit Partner BAWAG läuft es mit der Telekom Austria, die der Post historisch verbunden ist - entstammen beide Unternehmen doch der Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung, die 1996 aufgespalten wurde. Die Post sei mit A1 mittlerweile der größte Telekommunikationsanbieter in Österreich. Nach Vertragsänderung habe man nun "zwei sehr erfolgreiche Jahre" hinter sich.

Noch etwas im verborgenen blüht das eigene Onlineportal der Post AG, shöpping.at. Hier soll nächstes Jahr wieder mehr in Werbung investiert werden. "Es wird einen kraftvolleren Auftritt geben", so Pölzl. Derzeit sei man dabei das Angebot zu optimieren, mittlerweile gäbe es rund zwei Millionen Produkte von ca. 1.000 Händlern. Man müsse aber die Relation im Auge behalten: Selbst wenn das Produkt einmal sehr gut laufen sollte, wäre es schon ein Erfolg wenn ein Prozent der beförderten Pakete von dieser Onlineplattform stammten. "Wir haben nie gesagt wir werden so etwas wie Amazon", betonte Pölzl.

2018 möchte Pölzl die Regulierungsbehörde davon überzeugen, ihm einen günstigen Tarif für eine verlangsamte Postzustellung zu genehmigen. Dass schon jetzt adressierte Briefe am Land nur mehr alles zwei Tage zugestellt werden, bestritt Pölzl heute vehement: "Das stimmt nicht - auch wenn es immer wieder behauptet wird, das stimmt schlicht nicht." Vielmehr würden unadressierte Postwurfsendungen nur alle zwei Tage zugestellt.

Proteste gegen Pläne der Post in Niederösterreich

Im kommenden Jahr möchte Pölzl auch wieder mehr investieren, heuer haben ihm die Proteste rund um das geplante Postverteilerzentrum im niederösterreichischen Langenzersdorf einen Strich durch die Rechnung gemacht.

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