Stromwirtschaft

Insider: Brüssel wird RWE die Übernahme von Innogy genehmigen

Energieriese RWE könnte bald eine wichtige Hürde beim geplanten Megadeal mit seinem Konkurrenten Eon nehmen: Offenbar wird es bei der Übernahme von Innogy keine Auflagen geben. Innogy ist in Österreich an der Kärntner Kelag beteiligt.

Der deutsche Energiekonzern RWE könnte in Kürze eine wichtige Hürde bei dem geplanten Mega-Deal mit dem Konkurrenten Eon nehmen. Die EU-Kommission werde RWE wohl die Übernahme der Ökostromgeschäfte von der Tochter Innogy und von Eon ohne Auflagen genehmigen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Frist für den Abschluss der ersten Prüfungsphase der Kommission läuft am 26. Februar ab. Daneben läuft auch eine Prüfung durch das deutsche Bundeskartellamt. Auch die Behörden in Großbritannien, wo die deutschen Konzerne stark vertreten sind, müssen dafür noch grünes Licht geben. Zudem müssen die Regulierer in den USA RWE noch den Erwerb der dortigen Ökostromanlagen freigeben.

Innogy hält bedeutenden Anteil an Kärntner Kelag

RWE und Eon hatten 2018 die Zerschlagung von Innogy vereinbart. Eon will im Zuge der Vereinbarung das Vertriebs- und Netzgeschäft von Innogy übernehmen. Auch hierzu gibt es noch keine offizielle Entscheidung der EU-Wettbewerbshüter.

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Innogy ist in Österreich maßgeblich an der Kärntner Kelag beteiligt, dieser Anteil soll nach der Übernahme des Unternehmens durch Eon zurück zur Mutter RWE kommen. Im RWE-Aufsichtsrat sitzt der frühere österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP).

Innogy überträgt RWE Anteil an tschechischem Gasnetz

Gleichzeitig übernimmt RWE von seiner Konzerntochter Innogy die Mehrheitsbeteiligung an einem tschechischen Gasnetzbetreiber. RWE durchkreuzt damit eventuelle Kaufpläne des Miteigentümers Macquarie. Über den Kaufpreis für den Anteil von 50,04 Prozent an der Innogy Grid Holding in Prag sei Stillschweigen vereinbart worden, teilten RWE und Innogy mit.

Anteile sollen an Eon

RWE kündigte umgehend an, das Paket weiterhin im Zuge des Mega-Deals mit Eon an den deutschen Konzern weiter zu veräußern. Die restlichen Anteile an dem Gasnetzbetreiber hält Macquarie. Die australische Investmentbank hatte nach Reuters-Informationen ebenfalls ein Auge auf das Paket geworfen. (reuters/apa/red)

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