Justiz

Industriespionage: Österreich weist erstmals russischen Agenten aus

Österreich hat zum ersten Mal einen russischen Diplomaten zur unerwünschten Person erklärt - Moskau reagierte postwendend. Hinter dem Fall steht offenbar Industriespionage bei einem heimischen Hightechunternehmen.

Industriespionage Standort Österreich Russland

Das österreichische Außenministerium hat einen russischen Diplomaten ausgewiesen. Der Diplomat muss Österreich bis zum 1. September verlassen. Das Ministerium hat einen entsprechenden Bericht der "Kronen Zeitung" bestätigt. Eine solche Ausweisung passiert auf österreichischer Seite zum ersten Mal - die Beziehungen des Landes zu Russland gelten durchaus als gut.

Russland reagierte auf die Ausweisung so wie meistens in solchen Fällen und wies seinerseits sofort einen österreichischen Diplomaten aus. Die russische Botschaft kritisierte die Entscheidung in einer Erklärung als „unbegründet“.

Offenbar steht Industriespionage hinter dem Verfahren. Bevor es zur Ausweisung des Russen gekommen ist, hat es heuer im Juni ein Gerichtsverfahren gegen einen Österreicher gegeben, wie der ORF-Radiosender Ö1 berichtet. Der Österreicher war jahrelang bei einem Hightech-Unternehmen tätig und hat dort Geschäftsgeheimnisse an den russischen Verbindungsoffizier weitergereicht. Heuer im Frühjahr hat er sich selbst den Behörden gestellt.

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Den Namen des betroffenen Unternehmens nennt das Außenministerium nicht. Auch zu den genauen Anschuldigungen gegen den Russen wurden keine Angaben gemacht.

(red)

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