​Maschinenbau

Hirsch Servo ist zurück in der Gewinnzone

Der Kärntner Maschinenbauer und Verpackungshersteller schafft im abgelaufenen Geschäftsjahr die Wende ins Plus - und zwar sowohl im Bereich Technologie als auch mit Kunststoffen. Gut lief es besonders in der EPS-Verarbeitung, so der Hersteller.

Der börsenotierte Kärntner Verpackungshersteller und Maschinenbauer Hirsch Servo AG mit Sitz in Glanegg ist zurück in der Gewinnzone, der Überschuss lag bei 1,78 Mio. Euro. Der Turnaround ist laut Vorstand Harald Kogler nachhaltig, man stehe wieder auf soliden Beinen. Im laufenden Geschäftsjahr werden insgesamt 4,1 Mio. Euro investiert, eine davon am Standort Glanegg.

Das Betriebsergebnis (EBIT) wurde von 2,0 Mio. auf 3,1 Mio. Euro verbessert, wobei der Umsatz von 89,1 Mio. auf 85,4 Mio. Euro zurückging, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Auch unterm Strich gab es ein mit 1,78 Mio. Euro positives Periodenergebnis, während es im Vorjahr noch mit 632.000 Euro negativ gewesen war. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von minus 1,27 Euro auf plus 3,58 Euro.

82 Prozent des Umsatzes mit Verpackung und Dämmstoffen

Das Geschäftsjahr 2014/2015 brachte der Gruppe, die insgesamt 575 Mitarbeiter beschäftigt, positive Ergebnisse sowohl im EPS-Bereich als auch beim Maschinenbau, wobei Verpackung und Dämmstoffe 82 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen, wie Kogler und sein Vorstandskollege Siegfried Wilding Freitag Bilanzpressegespräch betonten. Einer der Gründe für die Trendwende sei jedenfalls die nun wieder gesunde Eigenkapitalquote, die derzeit bei 42 Prozent liege. "Vorher sind wir irgendwo nahe der Insolvenz herumgedümpelt", meinte Wilding.

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Die Kapitalquote ist so stark gestiegen, weil der Kernaktionär, die Herz-Gruppe, eine Summe von 19 Mio. Euro in ein unbefristetes Gesellschafterdarlehen umgewandelt hat. Mit dem neuen Eigentümer sei auch das Vertrauen der Geschäftspartner zurückgekehrt, betonten die Vorstände. Die Turbulenzen davor hätten für Verunsicherung gesorgt, diese Zeit sei jetzt aber vorbei.

Autositze für BMW

Verstärkt widmet man sich bei Hirsch nun auch dem Werkstoff EPP, also expandiertes Polypropylen. "Das ist von der Verarbeitung her praktisch gleich wie EPS, hat aber andere Eigenschaften", sagte Wilding. So stelle man für BMW Autositze aus EPP her, aber auch Stoßstangen für andere deutsche Hersteller. Im Programm finden sich aber auch Fahrrad- oder Reiterhelme und andere Spezialitäten.

Rückgänge bei Dämmstoffen im zweistelligen Bereich

Während der Verpackungsbereich sich laut Vorstand zufriedenstellend entwickelt, ist die Situation bei Dämmstoffen nicht ganz so rosig. Das Geschäft laufe in Osteuropa zwar nicht so schlecht, aber der Heimmarkt schwächle. "Wir haben das zweite Jahr in Folge Rückgänge, und zwar bei gedämmten Fassadenflächen im zweistelligen Bereich", so Wilding. Diese Entwicklung stehe im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen der Europäischen Union, hier müsse gegengesteuert werden, forderten Kogler und Wilding.

Für die Hirsch Servo dauert das laufende Geschäftsjahr diesmal nur neun Monate. Lief es bisher immer von 1. Juli bis 30. Juni des Folgejahres, wird 2016 auf das Schema des Haupteigentümers umgestellt. Bei der Herz-Gruppe beginnt das Geschäftsjahr mit dem 1. April, das wird bei Hirsch ab dem kommenden Jahr ebenfalls so sein. Daher wird das Jahresergebnis 2015/2016 denn auch bereits Ende Juli präsentiert werden. (apa)

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