Nahrungsmittelindustrie

Heineken: CEE-Zentrale geht nach Amsterdam

Holländische Mutter des heimischen Marktführers Brau Union steuert CEE-Expansion künftig selbst.

Markus Liebl Top 1000 Manager

Nach dem Verkauf ihrer Kärntner Fruchtsaftmarke Pago überrascht der niederländische Getränkeriese Heineken mit einer weiteren Entscheidung: Die Osteuropa-Zentrale übersiedelt in den nächsten Monaten von Wien nach Amsterdam, wie die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) am Samstag berichteten. Auch der "trend" hatte im Dezember schon über eine Auflösung der CEE-Zentrale in Wien berichtet.
 
Seit dem Verkauf der österreichischen Brau Union an die Holländer vor zehn Jahren wurde die wichtige Expansion in den CEE-Ländern von Wien aus gesteuert. Das war auch Bestandteil des Übernahmevertrags. Diese Klausel galt jedoch nur für fünf Jahre, also bis 2008.
 
Ab 2005 saß in Wien die umsatzstärkste Teilorganisation von Heineken, zuständig nicht nur für Zentral- und Osteuropa (CEE), sondern auch für Deutschland und Griechenland. Das sei eine starke Aufwertung für die österreichische Brau Union AG, hieß es damals.

Übersiedelung nach Schwechat
 
Jetzt übersiedelt CEE-Chef Jan Derck van Karnebeek mit seinem Führungsteam in die Zentrale nach Amsterdam, so die "OÖN". Er gehört als Mitglied des Exekutivkomitees der obersten Konzernleitung an. Der Standort in der Lassallestraße in Wien-Leopoldstadt wird geschlossen; das CEE-Exportteam, Revision und Teile der Finanzwirtschaft werden in die Schwechater Brauerei der Brau Union übersiedeln.
 
"Die Änderung ist nicht so dramatisch, weil ein großer Teil des Teams in Österreich bleibt", sagt Brau-Union-Chef Markus Liebl der Zeitung zufolge. Es handle sich um eine Sparmaßnahme; in Schwechat seien ausreichend eigene Büros vorhanden, außerdem jegliche Infrastruktur; der Standort sei nahe am Flughafen.

Die Region Zentral- und Osteuropa steht laut letztem Jahresbericht für ein Viertel des gesamten Heineken-Bierausstoßes und für 3,3 Milliarden Euro Umsatz. (APA)