Projekt abgesagt

Heimischer Chiphersteller AMS gibt New York einen Korb

1.000 Jobs hätte AMS in New York geschaffen, nun zieht sich der heimische Chiphersteller aus dem geplanten Projekt zurück. „Die Österreicher“ waren nicht mehr umzustimmen, so der Chef einer New Yorker Ansiedelungsgesellschaft.

In New York hätte ein AMS-Werk  auf die Beine gestellt werden sollen. Doch aus der riesigen Produktionsstätte für die boomenden Wafer, die als Platte fungieren, wird nun nichts, denn der steirische Chiphersteller AMS zieht sich aus dem geplanten Fertigungsprojekt mit dem Partner New York zurück. Grund seien weitere Verzögerungen außerhalb des eigenen Einflussbereichs, so der Halbleiterspezialist.

Der Hintergrund

Mit fast 700 Millionen Dollar (derzeit 671 Millionen Euro) wollte der US-Staat New York ein AMS-Werk fördern, so der "Standard". Doch aus der riesigen Produktionsstätte für die boomenden Wafer wird nichts, gab der Konzern demnach in einer internen Mitarbeiterinformation bekannt. Auch New York habe schon zugegeben, dass das Vorhaben, das gut 1.000 Jobs gebracht hätte, gecancelt wird, so die Zeitung. AMS habe die Aktivitäten eingefroren, erklärte Steven J. DiMeo, Chef der New Yorker Ansiedelungsgesellschaft Mohawk Valley Edge.

Zwar sei die Entscheidung schon vor ein paar Wochen gefallen, doch man habe versucht, die Österreicher noch umzustimmen. Nun sei aber die endgültige Absage gekommen. Laut US-Medienberichten hätte AMS die von New York errichtete Infrastruktur über 20 Jahre geleast und dafür drei Milliarden Dollar bezahlt. In einer internen Veröffentlichung, aus der die Schweizer Zeitung Finanz und Wirtschaft zitiert, werden Verzögerungen beim Bau des Werks und bei den Förderungen als Ursache für den Rückzieher genannt. Ab 2018 sollten 150.000 Wafer jährlich produziert werden, wobei die Kapazitäten für eine Verdreifachung der Stückzahlen ausreichen würden.

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Gibt es andere Möglichkeiten der Zusammenarbeit?

Heuer im April fand der Spatenstich statt. "Doch bald zogen dunkle Wolken über dem Projekt auf", so der "Standard". Der Rechnungsprüfer des Staates New York habe Mitte August infrage gestellt, ob die Subvention von 685 Mio. Dollar (656 Mio. Euro) für das Hightech-Center wirtschaftlich sei. Dann sei noch der Vorwurf verbotener Absprachen bei anderen Vorhaben der Entwicklungsgesellschaft gekommen. Dadurch hätten die Zeitvorgaben nicht eingehalten werden, weshalb das Vorhaben nun ad acta gelegt worden sei.

Firmenchef Alexander Everke erklärte in einer Mitteilung, die Entscheidung beruhe auf einer umfassenden Evaluierung des Projekts und des derzeitigen Status. Der US-Bundesstaat New York, die Gemeinde Utica, Oneida County sowie Mohawk Valley EDGE hätten AMS ab dem ersten Tag herzlich empfangen, und man bleibe offen für künftige Möglichkeiten der Zusammenarbeit, fügte Everke hinzu. (apa)

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