Donald Trump

"Handelskriege sind gut - und einfach zu gewinnen"

"Unsere Freunde und Gegner haben die USA viele Jahre ausgenutzt. Unsere Stahl- und Aluminiumindustrien sind tot", schreibt der amerikanische Präsident. Harte Kritik daran kommt unter anderem aus Wien.

US-Präsident Donald Trump hat seine Pläne für Strafzölle auf Stahl und Aluminium bekräftigt. "Wir sind bei fast allen Handelsverträgen auf der Verliererseite", twitterte Trump am Abend (Ortszeit) als Antwort auf anhaltende Empörung im Ausland und auch auf Kritik daheim.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte der Präsident erklärt, wenn ein Land viele Milliarden Dollar im Handel mit praktisch jedem Land verliere, mit dem es Geschäfte mache, "dann sind Handelskriege gut - und einfach zu gewinnen".

Aktuell dazu:

White Paper zum Thema

Der Werkstoff der Welt - und die Verwerfungen am Markt >>

Neue Zölle auf Stahl: Das sagt Voest-Chef Eder >>

Trump macht Ernst: Weltweit Strafzölle auf Stahl und Aluminium >>

"Unsere Freunde und Gegner haben die USA viele Jahre ausgenutzt. Unsere Stahl- und Aluminiumindustrien sind tot. Sorry, es ist Zeit für einen Wandel!" Trump schloss mit seinem Slogan "Make America great again" (Macht Amerika wieder groß). Bereits zuvor hatten Tophandelsberater seine Linie in mehreren Fernsehinterviews entschieden verteidigt - so auch seine jüngste Drohung mit Zöllen auf europäische Autos im Fall von EU-Vergeltungsmaßnahmen.

Österreichs Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) hatte zuletzt von einem "beunruhigenden Signal" gesprochen und negative Auswirkungen "auf das Wirtschaftswachstum beider Partner" befürchtet. Auf den verschärften internationalen Wettbewerb müsse man mit "Innovation und Qualität" reagieren, nicht mit "Handelsbarrieren", betonte die Wirtschaftsministerin.

Die geschäftsführende deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries kritisierte diese Drohung scharf und warnte vor den langfristigen Folgen von Trumps Vorgehen. "Es zeigt sich immer mehr, dass die America-First-Politik die USA auf einen Isolationskurs führt", sagte Zypries der Tageszeitung "Die Welt" (Montag). Wenn überhaupt, werde dies nur kurzfristige Erfolge zeitigen. "Die langfristigen Auswirkungen sind negativ, und zwar für die USA, aber auch für andere Länder", so die Ministerin. (dpa/apa/red)