1. Stellen Sie jeden Stromverbraucher in Frage!

So banal es klingt: Analysieren Sie jeden Prozess auf seinen Energiebedarf!

„Das Bewusstsein, in welchen Ecken eines Betriebes sich Einsparungspotenzial verbirgt, ist noch längst nicht überall vorhanden“, sagt Jürgen Minichmayr. Wichtig ist den Energieeinsatz in der Fabrik systematisch und durchgängig zu erfassen sowie hinsichtlich seiner Effizienz zu bewerten – beispielsweise mit der Energiewertstrom-Methode. Es gilt vor allem auch eingefahrene Strukturen in der Produktion zu hinterfragen. „Zuerst sind wir einmal mit offenen Augen durch alle Betriebe gegangen“, sagt Roman Knapp, Leiter des standortübergreifenden Energieoptimierungsprojekts beim Kärntner Chemieunternehmen Treibacher. Gemeinsam mit den Verantwortlichen an den verschiedenen Produktionsstätten begab sich Knapp auf die Suche nach allen möglichen Arten von überflüssigem Energieverbrauch: Vermeintlich selbstverständliche Abläufe wurden hinterfragt. Muss diese Anlage eigentlich durchgehend laufen, oder wird sie eigentlich nur in bestimmten Phasen benötigt und lohnt ein zwischenzeitliches abschalten? Könnte ein Produktionsschritt nicht mit etwas niedrigerer Temperatur, etwas geringerem Flüssigkeitsvolumen oder etwas niedrigerem Luftdruck durchgeführt werden? Welche Vorschläge kommen von den Mitarbeitern, die den jeweiligen Prozess am besten kennen? Solche Fragen waren der Ausgangspunkt für viele größere und kleinere Maßnahmen, die dem Unternehmen gemeinsam mit einigen Neuanschaffungen zukünftig 1,3 Millionen Euro im Jahr sparen sollen.

Verwandte tecfindr-Einträge