Metalle

Große Zinn-Vorkommen in Sachsen

Probebohrungen bestätigen zwei Lagerstätten mit insgesamt rund 159.000 Tonnen Zinn.

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Probebohrungen haben umfangreiche Zinnvorkommen in Sachsen bestätigt. Das teilte die Deutsche Rohstoff AG am Donnerstag in Chemnitz mit. Das Unternehmen hatte von November 2011 bis April 2012 in Gottesberg und Geyer im Erzgebirge insgesamt acht Erkundungsbohrungen unternommen, um die bereits aus DDR-Zeiten stammende Schätzung des Rohstoffvorkommens zu überprüfen. Einem Gutachten zufolge verfügen beide Lagerstätten über insgesamt rund 159.000 Tonnen Zinn. Zinn wird seit längerem auf dem Weltmarkt besonders stark nachgefragt, es gibt aber kaum neue Vorkommen.

Die Lagerstätten Gottesberg und Geyer wurden bereits zu DDR-Zeiten in den 70er- und 80er-Jahren intensiv erkundet. Mit dem Abbau von Zinn könnte aber frühestens in einigen Jahren begonnen werden. Thomas Gutschlag, Vorstand der Deutsche Rohstoff AG, erklärte, es werde nun mit Hochdruck daran gearbeitet, die beiden Vorkommen weiter zu entwickeln. Noch in diesem Jahr solle ein weiteres Bohrprogramm in Gottesberg starten.

Gestiegene Weltmarktpreise

Der Zinnbergbau hat in Sachsen eine lange Tradition. Das Bergwerk Altenberg im Osterzgebirge produzierte mit einigen Unterbrechungen von 1440 bis 1991 Zinn und war bei seiner Schließung die letzte aktive europäische Zinnmine. Vor allem wegen der stark gestiegenen Weltmarktpreise für Zinn scheint eine Wiederaufnahme des Abbaus in Deutschland wieder attraktiv.

Nachfrage steigt

Ein Großteil der Weltproduktion stammt derzeit aus China und Indonesien. Die Nachfrage nach Zinn vor allem bei der Produktion von Elektrogeräten sowie Blechen und Legierungen steigt aber. Die Entwicklung der beiden großen deutschen Zinnvorkommen Gottesberg und Geyer soll nun die im australischen Brisbane ansässige Tin International Limited (TIN) vorantreiben.

Die Deutsche Rohstoff AG in Heidelberg hält die Mehrheit der Anteile an dem Unternehmen, das noch in diesem Jahr in Australien an die Börse gebracht werden soll, um die weitere Finanzierung für Gottesberg und Geyer sicherzustellen.

Viel Metall im Erzgebirge

Zinn ist nicht der einzige Rohstoff, der im Erzgebirge lagert. In der traditionsreichen Bergbauregion gibt es auch Vorkommen des für die Chip-Industrie wichtigen Metalls Indium sowie Zink, Silber, Kupfer, Blei und Wolfram.

Weltweit die höchsten Zinn-Vorräte werden laut Wikipedia in China und Brasilien vermutet mit 3,5 Millionen bzw. 2,5 Millionen Tonnen; die größte Förderung gab es 2009 in China mit 115.000 Tonnen, gefolgt von Indonesien mit 100.000 und Peru mit 38.000 Tonnen. (APA/AFP)