Produktion

Grazer Konferenz zu Chancen der Digitalisierung im Handwerk

Der Megatrend der Digitalisierung betrifft keineswegs nur die Industrie: Auch das Handwerk verschmilzt mit digitalen Technologien. Das Thema steht jetzt im Mittelpunkt des Zukunftstags der steirischen Wirtschaft in Graz. Eines der Beispiele liefert die Entsorgungsfirma Saubermacher.

Den Chancen durch Digitalisierung widmet sich der Zukunftstag der steirischen Wirtschaft am Mittwoch in Graz. Diese betreffen nicht nur die Industrie. Bei einem Schuster klingt Digitalisierung erst seltsam, die Erstellung von Leisten mittels 3D-Drucker aber gar nicht. Es gehe u.a. um die Stärkung der Kompetenz der Betriebe, so Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) in Graz.

KMU als Zielgruppe

Die Digitalisierung der Wirtschaft wird oft mit der Industrie und dem Dienstleistungssektor in Verbindung gebracht, ist aber längst auch für Gewerbe- und Handwerksbetriebe ein bestimmendes Thema, hieß bei einer Pressekonferenz des Landes und der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG). Auftragserteilung und Visualisierung von Kundenwünschen, Lagerhaltung, Wartung via Sensortechnik oder die Produktion im 3-D-Drucker sind nur einige Beispiele dafür, wie die Technologie mit handwerklicher Leistung verschmelzen kann.

Für SFG-Geschäftsführer Burghard Kaltenbeck richtet sich das Thema u.a. an kleine und mittelständische Betriebe, wie sie am handwerklichen Sektor häufig vorkommen. Digitale Arbeitsprozesse ermöglichen erweiterte Geschäftsmodelle, verlangen aber auch eine neue unternehmerische Denkweise sowie andere Kompetenzen der Mitarbeiter. 

White Paper zum Thema

Beispiele: Ein Schuhmacher, ein Abfallunternehmen, ein Akustiker

Der deutsche Buchautor Holger Schmidt analysiert seit rund zwei Jahrzehnten die Prozesse und Chancen der digitalen Transformation. Als Referent am Zukunftstag im Grazer Messe Congress will er den Fokus auf die Herausforderung für Handwerksbetriebe legen: "Das Handwerk hat zwei Möglichkeiten, mit der Digitalisierung umzugehen: Die Chancen nutzen oder darauf warten, bis andere Innovatoren mit neuen Technologien in den Markt einsteigen".

Für Ersteres entschied sich etwa ein deutscher Schuster. Er produziert die Leisten für die Herstellung von Maßschuhen im 3D-Drucker und ist so zum Hightech-Unternehmer geworden.

Das steirische Entsorgungsunternehmen Saubermacher steuert ebenfalls ein Best Practice-Beispiel bei: Mit der digitalen Plattform "wastebox.biz", die in nur elf Monaten entwickelt wurde, wird der Markt für die Entsorgung von Baurestmassen auf völlig neue Weise vernetzt und koordiniert.

Die Grazer Akustik-Schmiede Sonible spielt vor, wie Digitalisierung aussehen kann: Das Lautsprechersystem IKO erzeugt dreidimensionale Klangwelten mit nur einer einzigen Lautsprecherbox. Dabei sendet der Computer mithilfe einer Vielzahl von Membranen präzise Klangstrahlen in jede beliebige Richtung des Raumes. (apa/red)

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