Zulieferindustrie

Gewerkschaft: VW-Zulieferer Sitech droht die Schließung

Der deutsche Sitzehersteller Sitech gehört zu Volkswagen, muss sich aber gegen externe Konkurrenz behaupten. Nach zwei verlorenen Aufträgen droht dem Werk in Hannover die Schließung, so die Gewerkschaft IG Metall.

Das Werk des deutschen Autositzherstellers Sitech in Hannover ist aus Sicht der Gewerkschaft IG Metall nach zwei verlorenen Aufträgen von der Schließung bedroht. Die VW-Tochter beliefert die Konzernmarken, muss sich aber gegen externe Wettbewerber behaupten.

Bei den leichten Nutzfahrzeugen (VWN) soll nun ein wichtiges Projekt für den neuen VW-Bus T7 auf der Kippe stehen, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtete. Nach VWN-Angaben ist das Vergabeverfahren noch nicht beendet.

Die Gewerkschaft befürchtet, dass ein Scheitern von Sitech das Ende für den Standort Hannover mit mehr als 450 Beschäftigten bedeuten dürfte. Sitech selbst erklärte dazu, das Werk habe "wahrscheinlich zum zweiten Mal den Wettbewerb um ein wichtiges Zukunftsprodukt verloren. Die finale Bestätigung steht aber noch aus."

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Auftrag geht angeblich nach Osteuropa

Laut IG Metall soll der Sitzauftrag an einen osteuropäischen Standort des französischen Autozulieferers Faurecia gehen. Es habe bis Ende voriger Woche Verhandlungen mit der Sitech-Führung gegeben, um das Bestehen des Werks zu sichern - angeblich ohne Erfolg, obwohl es "deutliche Zugeständnisse der Arbeitnehmerseite" gegeben habe. Nach "HAZ"-Informationen gaben aus Sicht von VWN viel zu hohe Preisforderungen von Sitech den Ausschlag für die drohende Absage.

Die Gewerkschaft kritisierte, das Unternehmen habe zuletzt nicht genügend investiert. Sitech-Betriebsratschef Rafael Fernandez sagte: "Wir versuchen alles, um den T7-Sitz in Hannover zu halten. Wir haben weiter die Hoffnung, dass der Volkswagen-Vorstand die richtige Entscheidung trifft. Wir werden für unsere Zukunft kämpfen." (dpa/apa/red)

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