Konjunktur : Geschäftsklima in Italien sinkt auf Vier-Jahres-Tief

Im rezessionsgeplagten Italien stehen die Ampeln weiter auf Abschwung. Im Februar fiel die Stimmung in der Wirtschaft auf eine Vier-Jahres-Tief, während die Konsumlaune der Verbraucher auf den schlechtesten Wert seit August 2017 sank.

Das Barometer für das Geschäftsklima in Industrie, Einzelhandel, Baubranche und Dienstleistungssektor gab um 0,8 auf 98,3 Punkte nach, wie das nationale Statistikamt Istat mitteilte. Der Verbraucherindex rutschte um 1,5 auf 112,4 Zähler ab.

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Italien, die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone ist zuletzt zwei Quartale in Folge geschrumpft und steckt damit in der Rezession. Die EU-Kommission senkte erst kürzlich ihre Wachstumsvorhersage für das schuldengeplagte Land im laufenden Jahr um einen vollen Punkt auf 0,2 Prozent. Damit wäre Italien mit weitem Abstand Schlusslicht im Kreis der 19 Euro-Länder, deren Volkswirtschaften um durchschnittlich 1,3 Prozent wachsen dürften.

Die Koalition in Italien aus rechter Lega und populistischer Fünf-Sterne-Bewegung will teure Wahlversprechen finanzieren, vor allem ein Grundeinkommen und ein niedrigeres Renteneintrittsalter. Vor diesem Hintergrund hatte sich die Regierung in Rom wochenlang mit der EU-Kommission über die Haushaltskonsolidierung und die Aufnahme neuer Schulden gestritten, ehe eine Einigung erzielt wurde. Viele Experten halten es wegen der mauen Konjunktur für ausgemacht, dass das Defizit höher ausfallen dürfte als die vereinbarten zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes. (reuters/apa/red)