Energiewirtschaft

GE hält Zusagen bei Alstom nicht ein: Paris droht mit Strafe

Bei der Übernahme der Energiesparte von Alstom haben die Amerikaner angekündigt, 1.000 Arbeitsplätze neu zu schaffen - doch die Realität sieht anders aus. Nun droht Frankreichs Regierung mit einer Strafe von 50.000 Euro für jede fehlende Stelle.

Die französische Regierung droht dem US-Konzern General Electric mit einer Geldstrafe, falls er bei der 2015 übernommenen Alstom-Energiesparte weniger neue Jobs schafft als vereinbart.

GE hatte beim Kauf der Alstom-Sparte angekündigt, bis Ende 2018 1.000 Stellen zu schaffen. In der vergangenen Woche informierte GE-Chef John Flannery den französischen Finanzminister Bruno Le Maire, dieses Ziel sei wegen schwieriger Marktbedingungen inzwischen außer Reichweite. Bis Ende April lag der Stellenzuwachs dem Finanzministerium zufolge bei 323.

Nach der Übernahmevereinbarung muss GE 50.000 Euro je nicht geschaffenen Job zahlen, wenn das Ziel verfehlt wird. "Strafen müssen ein Zeichen setzen", sagte ein Regierungssprecher dem Sender France 3. "Zum Jahresende sollten 50.000 Euro fällig werden, falls GE nicht zu seinen Ankündigungen steht."

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GE: In diesen Tagen auch in Österreich in den Schlagzeilen

Wie Erzrivale SIemens reduziert der amerikanische Konzern massiv die Kapazitäten in der Kraftwerksparte und will in diesem Segment weltweit rund 10.000 Stellen streichen. Aus diesem Grund ist General Electric in diesen Tagen auch in Österreich in den Schlagzeilen.

INDUSTRIEMAGAZIN.at berichtet regelmäßig über den Verkaufsprozess des Anlagenbauers GE Jenbacher mit Hauptsitz in Tirol, zuletzt hier: Verkauf von GE Jenbacher wohl in wenigen Tagen - B&C steigt aus >>

In der Schweiz kommen weniger Kündigungen als geplant

In der Schweiz dagegen baut der Industrieriese etwas weniger Stellen ab als ursprünglich geplant. Die Pläne des Unternehmens sehen nach Abschluss des Konsultationsverfahrens nun einen möglichen Abbau von höchstens 1.200 Stellen vor, wie das Unternehmen mitteilt. Zuvor sollten 1.400 bei der Restrukturierung der Kraftwerkssparte dem Rotstift zum Opfer fallen.

Der mit Jahresbeginn lancierten Austrittsplan von GE hat aber offenbar bereits zu einer Reihe von Abgängen geführt. Durch die natürliche Fluktuation und Mitarbeiter, die neue Stellen gefunden hätten, betrage die tatsächliche Anzahl der verbleibenden betroffenen Stellen höchstens noch 684, wie das Unternehmen betont. Dabei spiele der interne Stellen- und Beratungsservice eine wichtige Rolle.

Im Juni 2017 beschäftigte GE in der Schweiz noch 4.500 Mitarbeitende. Nach der Umsetzung des angepassten Plans wird GE und ihre Tochtergesellschaften noch rund 2.800 Mitarbeitende zählen, davon mit 2.100 der Großteil an den Standorten Baden und Birr, wie das Unternehmen auf Nachfrage mitteilte.

In der Schweiz ist es bereits nach 2016 der zweite große Stellenabbau. In der letzten Runde wurden rund 900 Stellen abgebaut, nachdem zuvor rund 1.300 geplant waren. GE hatte die Energiesparte Power Services in Baden 2015 von Alstom übernommen. Unsere damalige Meldung dazu: GE will bei Alstom in der Schweiz "nur" 900 Menschen kündigen >>

(reuters/awp/sda/apa/red)

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