Autoindustrie

Früherer Chef von Seat wechselt als Chefsanierer zu Renault

Der Italiener Luca de Meo, früher Konzernchef der VW-Tochter Seat, tritt seinen neuen Posten als Generaldirektor bei Renault an. De Meo soll bald für den in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Autobauer einen Strategieplan vorlegen.

Der aus Italien stammende Automanager Luca de Meo (53) hat seinen Posten als neuer Generaldirektor bei Renault angetreten. Das bestätigte der Hersteller auf Anfrage in Boulogne-Billancourt bei Paris.

Der frühere Seat-Vorstandschef steht in Frankreich vor großen Herausforderungen, denn Renault geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Der Konzern kann inzwischen einen staatlich garantierten Kredit von bis zu fünf Milliarden Euro in Anspruch nehmen.

Von de Meo wird nun ein Strategieplan für den Hersteller erwartet, der vom Skandal um den früheren Autoboss Carlos Ghosn und der coronabedingten Absatzkrise nachhaltig erschüttert wurde. Aktuell: Gewinneinbruch von 80 Prozent bei Daimler - auch Renault schwer unter Druck >>

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De Meo hatte sich im laufenden Monat zuversichtlich gezeigt, dass eine Wende bei Renault möglich ist. Das Unternehmen hatte im vergangenen Monat den sozialverträglichen Abbau von weltweit rund 15.000 Stellen angekündigt, um wieder aus der Krise zu kommen.

Konzernchef Jean-Dominique Senard bleibt im Amt

De Meo löst Interimschefin Clotilde Delbos ab, die aber weiter in der Topetage bleibt und seine Stellvertreterin ist. Renault-Präsident Jean-Dominique Senard amtiert weiter. Der Hersteller ist zu 43,4 Prozent an dem japanischen Allianzpartner Nissan beteiligt, der inzwischen tiefrote Zahlen schreibt. Dem französischen Staat gehören 15 Prozent an Renault und er hat in Boulogne-Billancourt ein gehöriges Wort mitzureden. (dpa/apa/red)

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