Zulieferindustrie

Frauenthal: Doppelte Produktionsfläche in den USA

Welche Preisanpassungslösungen der Autozulieferer gefunden hat und wo massiv ausgebaut wird.

Zulieferindustrie Frauenthal Gewinnsteigerung

Im ersten Halbjahr 2021 legten sowohl Umsatz als auch Ergebnis der Frauenthal-Gruppe in beiden Divisionen zu: Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Vergleich zum 1. Halbjahr 2020, das von den COVID-19-Auswirkungen geprägt war, um 28 % auf MEUR 503,5. 72 % des Umsatzes erwirtschaftete Frauenthal Handel und 28 % Frauenthal Automotive. Das EBITDA stieg um MEUR 13,0 auf MEUR 27,1. 

Fokus auf Kundenlösungen 

Die Division Frauenthal Handel blickt auf ein gutes 1. Halbjahr zurück: Der Umsatz stieg um 25 % auf MEUR 361. Das EBITDA konnte dadurch um MEUR 4,1 auf MEUR 16,2 ausgebaut werden. „Auch wenn wir die COVID-19-Situation bisher gut gemeistert haben, konzentrieren wir uns weiterhin konsequent auf unsere Kunden und deren Bedürfnisse. Dazu entwickeln wir laufend neue oder verbesserte Services in der Logistik, im Marketing und im Personalbereich. Daneben ist der Ausbau von digitalen Lösungen ein wichtiger Erfolgsfaktor“, betont Hannes Winkler, Vorstandsvorsitzender der Frauenthal Holding AG und verantwortlich für die Division Frauenthal Handel. 

Ausbau der Produktionsflächen in China und den USA 

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt wuchs in den ersten sechs Monaten 2021 im Vergleich zur Vorjahresperiode um knapp 41 % und der PKW-Markt um 26 %. Frauenthal Automotive erzielte ein Umsatzplus von 36 % auf MEUR 142,5 und das EBITDA legte um MEUR 9,1 auf MEUR 11,8 zu. Auch die beiden außereuropäischen Standorte entwickeln sich sehr erfreulich und werden derzeit massiv erweitert: In den USA wird die Produktionsfläche verdoppelt und in China um 60 % ausgebaut. Ein bedeutender Meilenstein für Frauenthal Automotive ist die neue Strategie „Route 500“, die im 1. Halbjahr erarbeitet wurde. „Wir stellen jetzt die Weichen für profitables Wachstum nach der Krise. Um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, haben wir zahlreiche Optimierungen in der Organisation, im Bereich IT und Digitalisierung sowie beim Außenauftritt eingeleitet,“ gibt Michael Ostermann, Vorstand der Frauenthal Holding AG und verantwortlich für die Division Frauenthal Automotive, klar die Richtung vor. 

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Ausblick 2021 

Bis Ende des Jahres ist aufgrund der COVID-19-Krise und der damit verbundenen möglichen Waren- und Vormaterialienengpässe in beiden Divisionen mit Volatilität zu rechnen. Erika Hochrieser, Finanzvorstand der Frauenthal Holding AG, erklärt: „Ich freue mich über das sehr erfolgreiche 1. Halbjahr. Nur mit dem außerordentlichen Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es uns gelungen, dieses Ergebnis zu erreichen. Wir erwarten, dass das Gesamtjahresergebnis deutlich über dem Vorjahr liegen wird, sofern die aktuellen Marktprognosen für das Automobilgeschäft und die Baukonjunktur zutreffen.“ 

Das Geschäft von Frauenthal Handel wird im 2. Halbjahr 2021 von der allgemeinen Konjunktur, der Investitionsbereitschaft, staatlichen Konjunkturprogrammen, sowie der Waren- und Monteurverfügbarkeit beeinflusst. Möglichen Lieferengpässen begegnet das Unternehmen mit gezieltem Lageraufbau. 

Im Automobilmarkt wirkt sich die COVID-19-Krise weiterhin stark auf die Lieferketten und Rohstoffversorgung aus. Die Verknappung bei Halbleiterelementen haben bereits zu Produktionsausfällen in der Automobilindustrie geführt, diese werden auch im 2. Halbjahr erwartet. Es wird intensiv daran gearbeitet, die Auswirkungen der Preiserhöhungen und Versorgungsschwierigkeiten zu minimieren. Den drastischen Preisanstieg bei Stahlprodukten konnte Frauenthal Automotive durch zwischenzeitliche Preisanpassungslösungen mit den Kunden mildern.