Autoindustrie

Ford: "Kronprinz" Jim Farley kündigt einige Änderungen an

Beim zweitgrößten amerikanischen Autobauer kündigt Strategiechef Jim Farley ein ganzes Bündel von Maßnahmen an, darunter zehn neue Modelle, Kostensenkunen sowie eine stärkere Betonung der Elektromobilität.

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Ford will mit Einsparungen und neuen Automodellen Vertrauen an der Börse zurückgewinnen. Strategiechef Jim Farley kündigte ein ganzes Bündel von Maßnahmen an, um die Ertragswende zu beschleunigen. "Wir müssen eine Reihe von Dingen in Ordnung bringen", sagte er vor Investoren in New York.

Dazu zählt neben einer Senkung der Garantiekosten um fünf Mrd. Dollar (4,6 Mrd. Euro) auch der Plan, in den nächsten zwei Jahren weltweit zehn neue Fahrzeuge erfolgreich an den Start zu bringen. Fehler, die bei der Einführung des neuen SUV Explorer gemacht wurden, sollen sich nicht wiederholen. Zudem sollen die Material-und Logistikkosten sinken.

Zugleich legt Farley, der Anfang März zum Chef für das operative Geschäft des hinter General Motors zweitgrößten US-Autobauers aufsteigt, stärkeres Gewicht auf die Elektromobilität. Der E-Autopionier Tesla habe gezeigt, wie die Vernetzung von Fahrzeugen und Software-Updates übers Internet (Over the Air) die Kundenbindung erhöhe. Ford könne mehr von den in Fahrzeugen generierten Daten profitieren und seinen Kundenservices verbessern, betonte der 57-Jährige.

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Zudem will sich der Konzern aus Dearborn nahe der US-Autostadt Detroit stärker auf das Nutzfahrzeuggeschäft konzentrieren, in dem Farley Wachstumschancen sieht. Ford hatte erst im vergangenen Jahr seine Allianz bei Transportern und Pick-ups mit Volkswagen auf Elektroautos, die Entwicklung selbstfahrender Wagen und Mobilitätsdienste ausgeweitet.

Den Investoren versprach Farley, bei der Sanierung des Konzerns einen Gang hoch zu schalten. Ford hatte Anfang Februar für das erste Quartal einen Rückgang des Betriebsergebnisses um mehr als eine Milliarde Dollar angekündigt, weil eine Kombination aus geringeren Fahrzeugverkäufen, höheren Investitionen in die neue Mobilität und der Nachfrageeinbruch in China zu Buche schlagen. Zugleich wurde klar, dass der Restrukturierungsplan, mit dem Konzernchef Jim Hackett vor drei Jahren angetreten ist, noch lange nicht abgeschlossen ist.

Farley steigt Anfang März zum Chief Operating Officer auf. Damit wird er für alle globalen Märkte, das Automobilgeschäft und die Themen rund um neue Mobilität und autonomes Fahren zuständig sein. Er gilt zugleich als potenzieller Nachfolger für Vorstandschef Hackett. (reuters/apa/red)

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