Zeitkonten und Zuschläge

SPÖ: Einigung ist Beweis für bestens funktionierende Sozialpartnerschaft

Der Fachverband der Maschinen-, Metallwaren- und Gießereiindustrie und die Gewerkschaften haben eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten ab Juli vereinbart. Die SPÖ sieht die Einigung als einen Sieg für Sozialpartnerschaft - die Industrie fordert mehr.

Die Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der Maschinen- und Metallindustrie auf ein flexibleres Arbeitszeitmodell ist für die SPÖ ein Beweis dafür, dass die Sozialpartnerschaft bestens funktioniert. "Die Sozialpartnerschaft ist auf der Höhe der Zeit und schafft zukunftsfähige Vereinbarungen mit Vorteilen für die Unternehmen sowie für die Mitarbeiter", so Sozialminister Alois Stöger.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf Koalitionspartner ÖVP nicht verkneifen. Demnach ist die Einigung "entgegen jüngster Unkenrufe Ausdruck einer lebendigen und lösungsorientierten Sozialpartnerschaft". ÖGB-Präsident Erich Foglar stieß ins gleiche Horn: "Allen Unkenrufen zum Trotz zeigt die Einigung der Sozialpartner in Metallindustrie und Bergbau einmal mehr, dass die Sozialpartnerschaft funktioniert und konstruktive Lösungen bringt."

"Flexibilisierung zu sagen, aber mehr Arbeit für das gleiche Geld zu meinen, ist kein sonderlich innovativer Ansatz."

White Paper zum Thema

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hatte Ende Mai von den Sozialpartnern eine "Umorientierung" verlangt. Diese müssten sich "komplett" ändern. "Ich empfehle ihnen einen Umorientierung auf das, was Österreich braucht, und nicht, was die jeweilige Gruppe gerade braucht", so Mitterlehner damals.

In Richtung Industriellenvereinigung (IV), die heute eine Verlängerung der Tagesarbeitszeit verlangt hatte, meinte Foglar: "Flexibilisierung zu sagen, aber mehr Arbeit für das gleiche Geld zu meinen, ist kein sonderlich innovativer Ansatz." Und auch der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) stieß die Forderung sauer auf.

"Anstatt die Einigung auf ein Arbeitszeitmodell im Fachverband der Maschinen- und Metallbauindustrie als das zu nehmen, was es ist, nämlich ein beachtliches Signal einer funktionierenden Sozialpartnerschaft und die Erfahrungen bei der konkreten Umsetzung abzuwarten, versucht die Industriellenvereinigung nun Stimmung für eine generelle Anhebung der Höchstarbeitszeit zu machen. Wir lassen uns aber sicher keine Diskussion aufzwingen, die nicht auf Fakten und konkreten Erfahrungen beruht", so GPA-Chef Wolfgang Katzian. (apa/red)