Ausbildung

FH Technikum Wien startet Maschinenbau-Bachelor

Der Techniker-Mangel in Österreich dürfte in den kommenden Jahren zunehmen. An der FH Technikum Wien gibt es nun ein neues Ausbildungs-Angebot für künftige Maschinenbauer.

FH Technikum Wien Maschinenbau

Das Ergebnis war niederschmetternd. Als vor einigen Jahren Studierende nicht-technischer Fächer befragt wurden, warum sie nicht Technik studierten, wurden sämtliche denkbare Vorurteile genannt: Das Bild vom Techniker als soziophobem Einzelkämpfer, der einsam vor sich hin schraubt und niemals höhere Management-Positionen mit entsprechender Bezahlung erreichen wird, scheint unausrottbar.

Versteht man erweitertes Bildungsangebot auch als Öffentlichkeitsarbeit, dann versucht die FH Technikum Wien auch in diesem Sinne, etwas für den Bereich zu tun. Mit dem jüngst angelaufenen neuen Bachelor-Studiengang für Maschinenbau sollen ab 2017 pro Jahrgang rund 50 Maschinenbauer den Arbeitsmarkt betreten.

"Unteres Mittelfeld"

Und sie werden dringend benötigt. Der ohnehin schon eklatante Fachkräftemangel dürfte sich in den kommenden Jahren noch verschlimmern. „Beim Heranführen Jugendlicher an die Technik liegen wir im europäischen Vergleich – vorsichtig ausgedrückt – im unteren Mittelfeld“, meint Lothar Roitner, Obmann der Fachhochschule und Geschäftsführer des Fachverbandes FEEI. Derzeit gibt es laut Roitner in Österreich bereits rund 3.000 offene Maschinenbau-Stellen. Rund 300 davon für Bachelor-Absolventen.

Der neue Studiengang entstand – nach weniger als einem Jahr der Planung – aus enger Kooperation der FH Technikum Wien mit der Wirtschaft. Der Maschinen- und Metallwaren-Fachverband FMMI finanziert ein Fünftel der 60 Studienplätze. Der erste derartige Studiengang in Wien dauert sechs Semester (Vollzeit) und wird mit dem Bachelor of Science in Engineering abgeschlossen. Von Beginn an wird weitgehend in Kleingruppen gearbeitet, die dank Unterstützung der FMMI-Mitgliedsbetriebe nicht nur initial sondern laufend mit State-of-the-art-Equipment ausgerüstet werden. Das Curriculum umfasst zu rund 70 Prozent die klassischen technischen Fächer, der Rest widmet sich wirtschaftlichen und sozialen Skills. Im fünften Semester steht ein verpflichtendes Praktikum im Ausmaß von zwölf Wochen auf dem Lehrplan.

Durch den neuen Studiengang, rechnet Roitner vor, sollte ab 2017 jeder fünfte österreichische Maschinenbau-Bachelor aus seinem Haus kommen, und die Zahl der Absolventen dürfte sich insgesamt um rund ein Viertel erhöhen.
(red)