Börsengang

Ferrari als neue "Visitenkarte" der "Borsa Italiana"

Der italienische Luxuswagenhersteller Ferrari feiert sein Börsendebüt in Mailand - ein Turbostart war es diesmal allerdings nicht.

Die Mailänder Börse hat sich zu Beginn der Woche zu Ehren Ferraris rot gefärbt. Zweieinhalb Monate nach dem erfolgreichen Börsengang im Oktober in Wall Street hat der italienische Autohersteller auch auf dem Mailänder Parkett debütiert. Allerdings legte der Konzern keinen Turbo-Start hin.

Die Ferrari-Aktie startete mit einem Preis von 43 Euro, meldete dann einen zweiprozentigen Kursverlust und wurde vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Die Kapitalisierung des Unternehmens lag bei 7,92 Milliarden Euro. Vor dem Eingang der Mailänder Börse stand die gesamte Palette von Ferrari-Boliden, darunter das letzte Modell F12 Tdf.

Sergio Marchionne, Chef von Ferraris Mutterkonzern Fiat Chrysler Automobiles (FCA), läutete zusammen mit Verwaltungsratspräsident John Elkann die Glocke zum Handelsbeginn. An der Zeremonie war auch Italiens Premier Matteo Renzi anwesend. Gezeigt wurde ein Video über die fast 70-jährige Geschichte des Autobauers.

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"Wir werden dafür sorgen, dass Ferrari niemals Investitionen für Wachstum fehlen werden. Wir wollen, dass das Unternehmen weiterhin wächst, ohne seine Werte und Geschichte zu verraten. Mit dem Börsengang hat ein neues Kapitel in der Geschichte Ferraris begonnen", betonte Marchionne. Einen Börsengang der FCA-Tochter Maserati schloss Marchionne aus. Er dementierte zugleich Spekulationen über eine mögliche Trennung vom Komponentenbauer Magneti Marelli.

Für Marchionne handelt sich um den zweiten Börsengang nach dem erfolgreichen IPO Ferraris in New York im Oktober. Die Börsennotierung in Mailand steht im Zusammenhang mit der am 3. Dezember besiegelten Trennung von der Muttergesellschaft FCA. Seit Montag wird Ferrari zu 24 Prozent von FCA und zu 10 Prozent vom Sohn des Ferrari-Gründers Enzo, Piero Ferrari, kontrolliert. Die restlichen zwei Drittel sollen gestreut werden. Die Kapitalisierung von Ferrari an der Wall Street beträgt 9,1 Mrd. Dollar (8,4 Mrd. Euro).

Premier Renzi bezeichnete Ferraris Börsengang in Mailand als "außerordentliche Gelegenheit für die Investoren". Ferraris Börsenstart sei eine Botschaft an Italien, das nach dem Ende der Krise den Neustart geschafft habe. Renzi hob die außerordentlichen Resultate der Mailänder Börse, die das Jahr 2015 mit einem Plus von 13,2 Prozent geschlossen hat.

Der Präsident der Mailänder Börse, Raffaele Jerusalmi, betonte, dass Ferrari eine "Visitenkarte" der "Borsa Italiana" in der Welt sei. Mailand wolle sich immer stärker als Parkett für Aktien der Luxusindustrie profilieren. "Ferrari ist eine Luxusikone und ein Symbol des italienischen Stils. Ferrari ist weltweit populärer als Brands wie Facebook und Google", kommentierte Jerusalmi.

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