Stromnetze

Fehlende Netze setzen große Stromnetzbetreiber unter Druck

Die Kosten für die Stabilisierung der Netze sowie fehlende Stromleitungen setzen große Netzbetreiber unter Druck. In Deutschland zahlte Betreiber Tennet im Vorjahr knapp eine Milliarde Euro allein für "Noteingriffe". In Österreich kündigt APG Preiserhöhungen an.

Der Ausbau der erneuerbaren Energie setzt das deutsche Stromnetz immer stärker unter Druck. Der große Stromnetzbetreiber Tennet, dessen Netzgebiet in der Mitte Deutschlands von Schleswig-Holstein bis zum Süden Bayerns reicht, musste deshalb 2017 fast eine Milliarde Euro für Noteingriffe ins Netz zahlen. Das teilte Tennet auf der Grundlage vorläufiger Zahlen mit.

Die Eingriffskosten lagen 2015 noch deutlich niedriger bei 710 Millionen Euro, im windschwachen Jahr 2016 sogar nur bei 660 Millionen Euro. Die Kosten werden über die sogenannten Netzentgelte auf den Strompreis umgelegt und landen am Ende bei den deutschen Verbrauchern.

"Wir brauchen zwingend ein Energiewende-Netz, also die vom Gesetzgeber bereits beschlossenen Netzausbauprojekte", forderte das Tennet-Geschäftsführungsmitglied Lex Hartmann. "Bis dahin sind Netzengpässe, hohe Kosten für die Verbraucher und eine zunehmend instabile Versorgung die harte Wirklichkeit."

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Österreich: Stromnetzentgelt für Industrie wird 2018 steigen

Für Österreich meldet der große Netzbetreiber APG eine vergleichbare Situation: Weil die Stabilisierung der Netze immer aufwendiger ist, werden wohl 2018 die Netztarife steigen. Dabei soll die Teuerung für die heimischen Industriebetriebe höher ausfallen als für Haushalte: Stromnetztarife für die Industrie werden bald teurer >>

(red/dpa/apa)

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