Eurokurs

EZB-Chef Draghi: Vorwürfe gegen Berlin nicht berechtigt

EZB-Präsident Mario Draghi hat Deutschland gegen den Vorwurf der Währungsmanipulation verteidigt. Zuvor bezeichnete der Wirtschaftsberater von US-Präsident Trump den deutschen Handelsüberschuss als "ernste Sache".

EZB-Präsident Mario Draghi hat Deutschland gegen den Vorwurf der Währungsmanipulation verteidigt. "Die Währung von Deutschland ist der Euro", sagte der Italiener am Donnerstag in Frankfurt. "Und die Geldpolitik für den Euro wird von der EZB festgelegt, die unabhängig ist."

Zudem werde der Wechselkurs von den Märkten bestimmt. Sein aktueller Wert liege nahe dem historischen Durchschnitt. Draghi zitierte zudem aus einem Bericht des US-Finanzministeriums, wonach Deutschland kein Währungsmanipulator sei.

Erst am Dienstag hatte sich der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble gegen die Behauptung verwahrt, der enorme deutsche Exportüberschuss beruhe auf einem schwachen Euro. "Wir haben das nicht manipuliert, das beruht auf der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft", so Schäuble. Draghi sieht keinen Grund zur Kritik: "Es hat keinen Wert, Deutschland wegen seines Handelsüberschusses anzugreifen."

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Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, bezeichnete den deutschen Handelsüberschuss dagegen kürzlich als "ernste Sache". Er sei eines der schwierigsten Probleme im Handel, mit denen sein Land konfrontiert sei.

"Ich denke, es wäre nützlich, mit Deutschland offen über Wege zu sprechen, wie wir diese Überschüsse reduzieren können, und zwar außerhalb der Grenzen und Beschränkungen, die die Deutschen für sich geltend machen." Die deutschen Exporte in die USA übertrafen 2016 die Importe von dort um 49 Mrd. Euro. (reuters/apa/red)