Elektroautos

EU-Kommissar will "20 Gigafactories" in Europa

EU-Energiekommissar Maros Sefcovic schlägt eine breit angelegte europäische Offensive vor, um den Vorsprung von Chinesen und Amerikanern bei Batterien aufzuholen.

EU-Energiekommissar Maros Sefcovic will den Vorsprung asiatischer und US-amerikanischer Konzerne bei Batterien für Elektroautos mit einer großen europäischen Offensive aufholen. "Unser Ziel sind 20 Gigafactories", sagte Sefcovic in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Airbus als Vorbild

Der Markt für die Energiespeicher allein in Europa werde 250 Milliarden Euro schwer werden. "Wir planen ein Airbus-Projekt für Batterien", sagte er unter Anspielung auf den vor Jahrzehnten von einigen EU-Ländern gegründeten Flugzeugbauer.

Für den deutschen Teil der Aufholjagd zu führenden Herstellern wie Panasonic, LG oder Samsung ist Wirtschaftsminister Peter Altmaier zuständig.

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Nach einem Treffen mit Sefcovic vor drei Wochen kündigte der CDU-Politiker den Start der Fertigung von Batterien für elektrische Autos in Deutschland an, ohne sich jedoch auf ein Datum oder einen Standort festzulegen. Im November gibt es in Berlin die nächste Gesprächsrunde.

Altmaier ließ durchblicken, dass in der Anfangsphase staatliche Finanzierung notwendig ist. Normalerweise untersagt das strenge EU-Beihilferecht solche Geldtransfers. Bei wichtigen Vorhaben von gemeinsamem europäischen Interesse (IPCEI) sind aber Ausnahmen möglich. Sefcovic zufolge funktioniert das Modell bereits beim schwedischen Batterie-Startup Northvolt.

250 Firmen sind bei der Batterieallianz schon an Bord

Derzeit seien über 250 Firmen an der Batterie-Allianz beteiligt, sagte Sefcovic. Eine von ihnen ist der französische Anbieter Saft. Deren neue Batterietechnologie sei vielversprechend, aber auch sehr teuer, weshalb die Produkte in Satelliten und Flugzeugen zum Einsatz kommen. Hier solle die Allianz bei der Ausweitung der Produktion helfen.

Bei den Energiespeichern der Zukunft gehe es aber nicht nur um Größe. "Wenn wir in Europa auch in Zukunft die besten Autos der Welt produzieren wollen, müssen wir auch besten wiederverwertbaren Batterien herstellen", sagte der Slowake. Daneben sollen sie noch über andere Fähigkeiten verfügen und etwa überschüssige Energie zurück ins Netz speisen. Die Kommission arbeite an neuen Standards dafür.

Sefcovic will bei der EU-Wahl im nächsten Jahr als Spitzenkandidat für die europäischen Sozialdemokraten antreten. Bisher hat er in der Parteienfamilie noch keinen Gegenkandidaten.

(Von Peter Maushagen und Alissa de Carbonnel, Reuters/APA/red)

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