Außenhandel

Erster Güterzug von Chengdu nach Wien gestartet

Im Rahmen eines Festakts ist der erste Güterzug von der Millionenmetropole Chengdu im Südwesten Chinas nach Wien gestartet. In 13 Tagen soll er in der Bundeshauptstadt eintreffen. Die ÖBB planen künftig sieben solcher Züge pro Woche.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat in der Nähe der südwestchinesischen Millionenmetropole Chengdu im Rahmen eines Festakts den ersten ÖBB-Güterzug nach Wien verabschiedet.

Der Güterzug der ÖBB Rail Cargo reist über Kasachstan, Russland, die Ukraine und die Slowakei. In 13 Tagen wird er in der Bundeshauptstadt eintreffen. Künftig soll die Route verstärkt befahren werden.

Sieben Züge pro Woche geplant

ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä ist das Ziel, in weiterer Zukunft pro Woche sieben Züge zwischen China und Österreich verkehren zu lassen. Mit einer Reisezeit von rund zwei Wochen von China nach Europa sei diese Transportroute deutlich schneller als jene mit Schiffen, die in der Regel bis zu 40 Tagen brauchen. Allerdings, so räumte Matthä während der "First Block Train Ceremony" im Gespräch mit Journalisten ein, sei der Seeverkehr derzeit noch billiger. "Daran müssen wir arbeiten."

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Die Zugverbindung sei auch eine Chance für die österreichischen Exportwirtschaft, meinte Matthä. Derzeit sind die Kapazitäten vor allem auf der Retourroute noch nicht ausgelastet. Bis 2020 soll die Zugfrequenz zwischen China und Europa auf circa 2000 pro Jahr gesteigert werden. Derzeit liegt sie etwa bei der Hälfte. Mehr dazu: ÖBB Rail Cargo schicken ersten Güterzug von China nach Wien >>

Von China wird daher der Ausbau der "Neuen Seidenstraße" (Road-and-Belt-Initiative) forciert. Diese könnte letztlich bis nach Parndorf im Burgenland reichen, wo ein an die breitspurige Transsibirische Eisenbahn angeschlossener Güterbahnhof entstehen soll.

"Ein Zug voller Freundschaft und Hoffnung"

Beladen war die Gütergarnitur nach Angaben von Matthä mit Elektronikgeräten, Maschinenteilen und Schlafsäcken. Oder wie es die chinesische Seite etwas salbungsvoller formulierte, bevor sich die Lokomotive mit einem schrillen Pfiff in Bewegung setze: "Es ist ein Zug voller Freundschaft und Hoffnung."

Van der Bellen, der am letzten Tag seiner großen China-Reise wieder von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) begleitet wurde, betonte in seiner Rede, dass der Güterverkehr per Bahn wesentlich umweltfreundlicher sei als beispielsweise jener mit Lkw. "Das ist auch ein Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel", sagte Van der Bellen. (APA/red)