Erste Schritte in Richtung Normalität in Österreich

Erste Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen sind nun in Kraft getreten - so das Aufsperren kleiner Geschäfte und der Baumärkte, die teilweise gestürmt wurden, sowie die Öffnung der Bundesgärten. Zugleich hat die Regierung die Bevölkerung um Disziplin ersucht. Davon werde es abhängen, ob der Fahrplan "zur neuen Normalität halten wird", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Die Einschätzung des Handelsexperten Peter Buchmüller unmittelbar vor der Teilöffnung des Handels, dass er keinen "Run" auf die Geschäfte erwarte, hat sich zumindest teilweise nicht erfüllt. Bei einigen Baumärkten in Wien gab es Dienstagvormittag großen Kundenandrang. In den sozialen Medien kursierten einige Videos von langen Schlangen auf einem Parkplatz vor einer Wiener Hornbach-Filiale.

In den öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes nun verpflichtend. Dementsprechend sind auch in den Öffis der Bundeshauptstadt Masken zu tragen. Laut Wiener Linien wird die Vorschrift überwiegend eingehalten. "Es läuft sehr gut", hieß es auf Anfrage der APA. Tatsächlich waren etwa in der U-Bahn nur ganz vereinzelt Menschen zu sehen, die ohne Schutz unterwegs waren.

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Disziplinierte Menschen in Zügen und Bahnhöfen und mehr Passagieraufkommen als in den vergangenen Wochen, das aber auf sehr niedrigem Niveau: Das war eine erste Bilanz der ÖBB zur Lockerung der Maßnahmen. "Die Menschen sind alle mit Mund- und Nasenschutz unterwegs", sagte ÖBB-Sprecher Robert Lechner zur APA.

Kurz betonte: "Ich bedanke mich für die unglaublichen Entbehrungen und den Verzicht, den Sie aushalten mussten. Ich bin mir vollkommen bewusst, dass das Leben nicht so ist, wie wir es kennen und schätzen. Aber heute ist ein Schritt Normalität möglich. Es ist eine neue Form der Normalität." Wenn sich aber die Zahlen in eine falsche Richtung entwickeln, "werden wir die Notbremse ziehen, die wir vorgesehen haben".

Irgendwann werde man auch die Gastronomie und die Schulen öffnen. Man werde beobachten, "was geht sich aus und was geht sich nicht aus". Die Ausgangsbeschränkungen bleiben bis Ende April. Davor werde man darüber beraten, "ob wir sie verlängern oder adaptieren, das können wir zum heutigen Zeitpunkt aber nicht sagen", so Kurz.

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Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sprach von einer "eingebauten Notfallbremse". Für die Frage des Notstopps gebe es keine Zahl, an der dieser im Falle des Falles festgemacht wird, sondern "viele Zahlen und Indikatoren", erläuterte Kurz. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonte, dass es in Summe durch die schrittweise Öffnung möglicherweise leichte Zuwächse geben wird. "Das Entscheidende ist, wir haben das Virus unter Kontrolle", sagte der Gesundheitsminister.

Dafür sprach auch, dass sich der Rückgang der "aktiven" Coronavirus-Erkrankten in Österreich nach Ostern fortgesetzt hat. Dieser Faktor (bestätigte Infektionen abzüglich Genesener und Toter) sank im 24-Stunden-Vergleich um 201 Personen bzw. 3,2 Prozent auf 6.168 Personen (Stand: 9.30 Uhr). 14.185 Personen wurden bisher positiv auf das Virus getestet, 7.633 (rund vier Prozent plus) sind bereits wieder genesen, 384 Erkrankte starben. 1.002 Personen befinden sich aufgrund des Coronavirus in krankenhäuslicher Behandlung, davon 243 auf Intensivstationen, berichtete das Gesundheitsministerium.

Die tägliche Testkapazität auf das Coronavirus liegt mittlerweile bei 10.000. Dafür gebe es genug Reagenzien, so Anschober. Wie bereits mehrfach angekündigt, sollen weiter bzw. nunmehr zielgruppenorientiert einerseits Mitarbeiter in Gesundheitsbereich und im Handel sowie Personal und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen getestet werden. (apa/red)