Energiewende

Erneuerbare: Österreich setzt sich für höhere Ziele der EU ein

Bei Beratungen der Energieminister der EU hat sich Österreichs Umweltministerin Köstinger für höhere Ziele bei Erneuerbaren ausgesprochen. Gemeinsam mit Deutschland will sich Österreich auch gegen neue Atomkraftprojekte positionieren.

Die EU-Energieminister haben  in Sofia bei einem informellen Ministerrat über die Ziele im Bereich der erneuerbaren Energien beraten. Österreich wolle bis 2030 seinen Erneuerbaren-Anteil von derzeit rund 35 Prozent auf 45 bis 50 Prozent steigern, erklärte Energie- und Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP).

Nach Angaben ihres Pressesprechers Daniel Kosak unterstützte Köstinger bei den Ministerberatungen in Sofia auch ein höheres EU-Ziel für Erneuerbare. Köstinger wolle einen Anteil von 30 Prozent oder mehr, sagte Kosak auf APA-Anfrage.

EU will Anteil von 27 Prozent bis 2030

Die EU-Kommission hat im November 2016 ein Erneuerbares-Ziel bis 2030 auf EU-Ebene von 27 Prozent und ein verbindliches 30-Prozent-Energieeffizienz-Ziel vorgeschlagen. Das Europaparlament will dagegen den Anteil Erneuerbarer bis 2030 auf 35 Prozent ausbauen und ein verbindliches Effizienzziel von mindestens 35 Prozent.

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Köstinger kam in Sofia auch mit ihrem deutschen Amtskollegen Peter Altmaier zu einem informellen bilateralen Gespräch zusammen. "Wir haben hier eine sehr klare Haltung, nicht nur neuen Atomkraft-Projekten gegenüber. Ich halte Atomenergie für keine Zukunftstechnologie und werde alle Bemühungen unterstützen, die dazu führen, dass der Anteil an Atomstrom sinkt und die Produktion aus erneuerbaren Trägern steigt."

Grüne sprechen von "billiger PR"

Der Ko-Delegationsleiter der Grünen im Europaparlament, Michel Reimon, kritisierte, Köstinger "macht billige PR, wenn sie behauptet ein 45-50 Prozent Anteil an Erneuerbaren in Österreich reicht, um der Atomstrom-Lobby in Europa Angst einzujagen. Österreich muss sich da bewegen und statt 30 Prozent Erneuerbare zu fordern, sich endlich auf die Seite des EU-Parlaments, Schweden und Portugals stellen. Wir fordern ganz klar 35 Prozent Erneuerbare in ganz Europa bis 2030. Alles andere ist fahrlässig und schlichtweg zu wenig um die Pariser Klimaziele zu erreichen, geschweige denn von einem europaweiten Atomausstieg zu träumen." (apa/red)

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