Luftfahrtindustrie

Ergebnis von FACC bricht um über 60 Prozent ein

Der oberösterreichische Flugzeugzulieferer FACC meldet für das erste Quartal einen Ergebnisrückgang von satten 62 Prozent. Außerdem erwartet der Hersteller nach dem großen Betrugsfall vor drei Jahren einen Millionenbetrag aus China.

Der oberösterreichische Flugzeugzulieferer FACC konnte im 1. Quartal (1.3.-31.5.) zwar den Umsatz leicht steigern, allerdings gab das Ergebnis stark nach. Mit einem leicht gestiegenen Personalstand von 3.459 Mitarbeitern wurde ein Umsatzplus von 2,2 Prozent auf 193,7 Mio. Euro erzielt, während beim Betriebsergebnis (Ebit) ein Minus von 61,6 Prozent auf 7,4 Mio. Euro verzeichnet wurde.

Prognose für heuer bleibt bestehen

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab von 23,8 auf 14,3 Mio. Euro nach, das Ergebnis nach Steuern verschlechterte sich von 13,6 auf 3,9 Mio. Euro. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit verringerte sich von 24,9 auf 8,6 Mio. Euro. Der Ausblick wurde aufrecht gehalten, der Wachstumskurs wird fortgesetzt, so die Oberösterreicher im heute veröffentlichten Quartalsbericht.

Geschäftsjahr wird an das Kalenderjahr angepasst

Diese Woche hat FACC auch beschlossen, das Geschäftsjahr des Unternehmens dem Kalenderjahr anzupassen, wie die "Kronenzeitung" berichtete. Das bisher ungerade (März bis Februar) Geschäftsjahr sei historisch gewachsen, so das Unternehmen, und habe oft technische Schwierigkeiten gebracht. Die Umstellung mit Ende des Jahres geschehe aus technischen und praktischen Gründen.

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Nach Betrugsfall: FACC erwartet elf Millionen Euro aus China

FACC mit Sitz in Ried im Innkreis erwartet in den nächsten Wochen 10,8 Mio. Euro aus China. Das Geld stammt aus dem "Fake President Fraud" im Jahr 2015 und wurde auf chinesischen Konten eingefroren. Nun soll es bald wieder bei den Innviertlern landen, bestätigte das Unternehmen der APA einen Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten".

FACC gehört mehrheitlich dem staatlichen chinesischen Rüstungskonzern Avic. Aktuell dazu:

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Früherer Firmenchef soll zahlen

Im Jahr 2015 wurde der Hersteller Opfer eines Geschäftsführer-Trickbetrugs ("Fake President Fraud"). Die Täter hatten sich in E-Mails gegenüber der Buchhaltung als der Firmenchef ausgegeben und die Überweisung von 54 Mio. Euro auf ausländische Konten veranlasst. Nach dem Auffliegen des Betruges wurden die Finanzchefin und der Firmenchef gefeuert.

Vom früheren Firmenchef verlangt das Unternehmen nun in einem Zivilprozess 10 Mio. Euro Schadenersatz. Ihm wird vorgeworfen, kein ausreichendes Kontrollsystem geschaffen zu haben. Bei der Hauptversammlung wurden die bisherigen Kosten für das Gerichtsverfahren mit 3,8 Mio. Euro beziffert. Weitere Details dazu: Prozess um Betrug bei FACC: Ehemaliger Chef weist Vorwürfe zurück >>

(apa/red)

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