Deutschland

Enorme Zuwächse bei Stromabgaben wegen der Energiewende

In Deutschland sind mit dem Ausbau der Erneuerbaren die Steuern und Umlagen auf Strom in zehn Jahren um 70 Prozent gestiegen. Deutsche Endkunden zahlen den Löwenanteil - wovon Großabnehmer in ganz Europa profitieren.

Die Belastung der deutschen Stromkunden durch Steuern, Abgaben und Umlagen ist in den vergangenen zehn Jahren um 70 Prozent gestiegen. Im laufenden Jahr werde sie voraussichtlich mehr als 36 Milliarden Euro (ohne Mehrwertsteuer) erreichen, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin mit.

Mit 16,48 Cent pro Kilowattstunde seien die staatlich verursachten Kosten auf der Stromrechnung für Haushaltskunden so hoch wie noch nie und machten 52 Prozent des Strompreises von 31,37 Cent je Kilowattstunde aus. Die Kosten für Beschaffung, Netzentgelte und Vertrieb des Stroms - also der privatwirtschaftlichen Anteil - sei im gleichen Zeitraum lediglich um sechs Prozent gestiegen.

Am meisten müssen die Stromkunden in Mecklenburg-Vorpommern bezahlen, wenn sie den Strom von ihrem lokalen Grundversorger beziehen. Nach Angaben des Internet-Verbraucherportals Check24 beläuft sich die Stromrechnung für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden dort auf 1.687 Euro. Vergleichsweise teuer ist der Strom auch in Thüringen, Schleswig-Holstein und Brandenburg. Am günstigsten ist Strom dagegen in Bremen mit durchschnittlich 1410 Euro.

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Ursache für die Unterschiede sind regional unterschiedliche Netzentgelte. Weil in Flächenländern relativ mehr Stromleitungen gebaut und unterhalten werden müssen als in Ballungsräumen, entfallen auf den einzelnen Stromverbraucher auch höhere Kosten. (dpa/apa/red)

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