Elektromobilität

Elektroautos haben in Österreich großes Potenzial

Die Akzeptanz für erneuerbare Energie ist in Österreich weiter hoch und Elektroautos beliebt, so eine Studie der WU Wien in Zusammenarbeit mit Deloitte und Wien Energie. Fast jeder zweite könnte sich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen.

Nach Informationen der Studie sind E-Autos mittlerweile für jeden zweiten Befragten eine Option: 49 Prozent können sich einen Kauf grundsätzlich vorstellen, 16 Prozent geben an, bereits als nächstes Fahrzeug ein Elektroauto kaufen zu wollen. "Das Stimmungsbild in unserer Studie zeigt eindeutig in Richtung erneuerbare Energien", so Studienautorin Nina Hampl vom Institut für Strategischem Management an der WU Wien und Professorin für Nachhaltiges Energiemanagement an der Universität Klagenfurt. Die Ergebnisse zeigten, dass sich neben dem Wunsch nach grünem Strom, das Bewusstsein für Themen wie nachhaltige Wärmeversorgung und Elektromobilität weiter erhöht habe.

Derzeit ist die Zahl der Elektroautos in Österreich mit etwa 100.000 verschwindend gering - vor allem im Vergleich zum Pkw-Bestand im Vorjahr: Der lag laut Statistik Austria bei rund 4,8 Millionen.

Als wichtigste Gründe für den Kauf eines Elektroautos wurden in der Umfrage die geringen Betriebskosten, Umwelt- und Klimaschutz und der emissionsfreie Betrieb genannt. Die größten Hürden sind der hohe Preis, die geringe Reichweite  und die mangelnde Verfügbarkeit von Elektrotankstellen. Hier hat etwa Wien Energie derzeit über 440 Ladestationen in Betrieb, bis Ende 2017 kommen mit dem eigenen Ausbauprogramm weitere 150 dazu.

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Industrie und Politik sind gefragt

Als attraktivste Förderungen sehen die Befragten freies Aufladen an öffentlichen Ladestationen, die bereits bestehende Befreiung von Normverbrauchsabgabe und motorbezogener Versicherungssteuer sowie eine Kaufprämie. Auf weniger Interesse stoßen nicht-monetäre Anreize wie beispielsweise die Aufhebung von Geschwindigkeitsbeschränkungen wegen Lärmschutzes oder die Möglichkeit zur Nutzung von Busspuren.

"Die Elektromobilität hat ein enormes Potenzial und könnte in Österreich zu einem echten Kulturwandel im Verkehrssektor führen", so Deloitte-Österreich-Experte Gerhard Marterbauer. Es liege nun mehr denn je an Politik aber auch an der Industrie, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.

Dass ihr Strom aus erneuerbare Energiequellen kommt, ist für 80 Prozent der österreichweit 1.000 Befragten wichtig, geht aus der Studie "Erneuerbare Energien in Österreich 2016" weiter hervor. Könnte der Strommix selbst gewählt werden, würden die Österreicher eine Mischung mit 95 Prozent Grünstrom wählen. Für ebenfalls 80 Prozent ist die Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien ein wichtiges Anliegen. Rund 33 Prozent nutzen fürs Heizen tatsächlich erneuerbare Energieträger.

Bürgerbeteiligung steht hoch im Kurs

Hohes Marktpotenzial wird auch für Photovoltaik und Stromspeicher gesehen. Bei rund 14 Prozent der Befragten ist eine Photovoltaik-Anlage am Dach des Wohngebäudes installiert, bei 13 Prozent eine Installation geplant. Wien Energie-Geschäftsführer Michael Strebl erklärt dazu: "Wir haben erst kürzlich eine Selbstversorgerlösung entwickelt. Dabei kann man im eigenen Haus den Strom selbst erzeugen, speichern und intelligent nutzen."

Auf Interesse stoßen laut Studie auch Bürgerbeteiligungsmodelle: 44 Prozent können sich vorstellen künftig zu investieren. Vier Prozent haben dies bereits getan und durchschnittlich 950 Euro angelegt. (apa)

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