Forschung

Eine Expedition in die industrielle Zukunft

Das Linz Center of Mechatronics hat F&E-Verantwortliche von Unternehmen wie Trotec, Microchip oder Bosch zu einer Leistungsschau eingeladen und einen Nachmittag seine Labors geöffnet.

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Christian Ganser, Standortleiter Bosch Engineering Center Linz, LCM-Geschäftsführer Gerald Schatz und Bernd Winkler, LCM-Business Area Manager Drives, bei der LCM-Leistungsschau.

Lagerlose Motoren mit frei schwebendem Rotor, Hörimplantate mit aktiver Knochenleitung, Systeme zur automatischen Materialerkennung, Touchscreens mit haptischem Feedback oder ein funkbasiertes Ortungssystem für geschlossene Räume, das mittels Drohnenflug demonstriert wurde: Das gab es für F&E-Verantwortliche von Unternehmen wie Trotec, Microchip oder Bosch im Linz Center of Mechatronics (LCM) zu sehen. 

„Die Menschen brauchen Unterstützung, um komplexe mechatronische Systeme bedienen zu können“, erklärte der wissenschaftliche Geschäftsführer des LCM, Johann Hoffelner. Mit Entwicklungen in diese Richtung verfolge das LCM ebenso wie mit der Virtualisierung von Maschinen und Anlagen dabei nur ein Ziel: „Mit diesen Entwicklungen müssen die Betriebe Geld verdienen können.“ Das LCM verstehe sich daher als „One-Stop-Shop, der Entwicklungsprojekte von der Ideenfindung bis zum Prototypen und der Serieneinführung begleitet“, so LCM-Geschäftsführer Gerald Schatz.

So hat etwa Trotec mit LCM gemeinsam Steuerungselektronik für Lasersysteme zum Gravieren und Schneiden entwickelt. Auf der LCM-Hausmesse zeigte sich Trotec-F&E-Mitarbeiter Gerhard Lewicki vor allem von den Touchscreens mit haptischem Feedback beeindruckt. Dabei verformt sich die von LCM entwickelte Oberfläche bei der Berührung mit Fingern und signalisiert dem Benutzer, dass seine Eingabe akzeptiert wurde. „Wenn Touchscreens tatsächlich ein taktile Rückmeldung wie eine klassische Tastatur geben, werden sie auch in der industriellen Anwendung interessant“, erklärte Lewicki. 

White Paper zum Thema

Auch Wearable Technologies - Technologien und Sensoren, die direkt am Körper getragen oder in Kleidung verpackt sind - waren Thema. Während etwa die Warnung vor zu viel UV-Bestrahlung, schmerzstillende Funktionen, die Überwachung von Atmung, Puls, Blutdruck oder Sauerstoffsättigung längst Realität seien, werde die Analyse von Big Data auch die Früherkennung von Krankheiten erlauben, erklärte Universitätsprofessorin Christiane Luible-Bär. Was beim Menschen noch nach Zukunftsmusik klingt, ist unter Mithilfe vom LCM-Experten bei Rindern schon im Einsatz. Ohrmarken erlauben über funkbasierte Ortungssysteme nicht nur die genaue Positionsbestimmung der Tiere, sondern erkennen über die Analyse von abweichenden Verhaltensmustern auch ersten Anzeichen von Krankheiten oder der Brunst. 

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