Ölpreise

Die Vereinbarung der Opec wirkt: Ölförderung sinkt deutlich

Die Vereinbarungen erdölfördernder Staaten zur Drosselung der Ölförderung gegen den Preisverfall haben gewirkt: Im Mai ist die Ölproduktion des Kartells um rund ein Zehntel auf knapp unter 90 Mio. Fass gesunken.

Die "Opec+"-Vereinbarungen zur Drosselung der Ölförderung, um den Preisverfall zu bremsen, haben gewirkt: Im Mai haben die Opec- und Nicht-Opec-Staaten ihre Ölproduktion gegenüber dem Vormonat um rund ein Zehntel auf knapp unter 90 Mio. Fass pro Tag gedrosselt, mehr als 60 Prozent der Kürzung erbrachten die Opec-Staaten, geht aus dem neuen Monatsbericht der Organisation hervor.

Für das Gesamtjahr 2020 geht die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) weiter von einem Rückgang der Ölnachfrage um 9,1 Mio. auf 90,6 Mio. Barrel täglich aus. Vor zwei Monaten hatte man erst 6,9 Prozent Rückgang angenommen. Allein im ersten Quartal habe es im Jahresabstand einen Rückgang um 6,4 Mio. Barrel pro Tag gegeben, erklärte die Opec am Mittwoch. Für das noch laufende zweite Quartal bezifferte sie das Minus gegenüber dem Vorjahr auf 17,3 Mio. Fass täglich.

Angesichts der anhaltenden großen Unsicherheiten könnten neue Daten und Entwicklungen in naher Zukunft weitere Revisionen erforderlich machen, so die Vereinigung der großen Ölförderländer.

White Paper zum Thema

Entsprechend den - in Absprache mit der Opec erfolgten - freiwilligen Produktionskürzungen von zehn Nicht-Opec-Ländern sank dort die Förderung im Mai um über 2,59 Mio. Fass pro Tag, während die zehn an dem Pakt beteiligten Opec-Staaten ihre Produktion gegenüber dem Vormonat um 6,25 Mio. Barrel täglich drosselten, heißt es im Monatsbericht. Zugleich sank die Förderung außerhalb dieser Absprache im April um 2,0 Mio. und im Mai um 0,8 Mio. Fass/Tag, vor allem in den USA und Kanada.

Insgesamt schrumpfte das Opec-Volumen im Mai laut Sekundärangaben um 6,3 Mio. auf 24,19 Mio. Barrel pro Tag. Damit ging der Opec-Anteil an der Weltförderung binnen Monatsfrist um 3,6 Prozentpunkte auf 26,9 Prozent zurück. Die Nicht-Opec-Menge sank um 3,74 Mio. auf 65,69 Mio. Barrel/Tag, um fast 4 Mio. Barrel/Tag weniger als im Mai 2019. Opec- und Nicht-Opec-Staaten zusammen reduzierten ihre Produktion gegenüber April somit um 10,04 Mio. auf 89,89 Mio. Barrel/Tag.

Der führende Opec-Produzent Saudi-Arabien senkte seine Menge diesen Angaben zufolge binnen Monatsfrist drastisch von 11,64 auf 8,48 Mio. Fass täglich, das zweitgrößte Förderland Irak von 4,50 Mio. auf 4,17 Mio. Barrel pro Tag. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) drosselten von 3,84 Mio. auf 2,48 Mio. und Kuwait von 3,12 auf 2,20 Mio. Barrel täglich. In Libyen, wo auch die OMV tätig ist, blieb die Förderung im Mai bei niedrigen 82.000 Fass/Tag, Ende 2019 waren es noch über eine Mio. Fass pro Tag. (apa/red)