Industriekonjunktur

Deutsches IW-Institut rechnet mit starker Erholung 2021

Das IW-Institut traut der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr eine spürbare Erholung zu. Erwartet wird ein Plus von vier Prozent - "vorausgesetzt, es gibt keinen zweiten Lockdown".

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Das IW-Institut traut der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr eine spürbare Erholung zu. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte 2021 um rund viereinhalb Prozent anziehen, erklärten die arbeitgebernahen Forscher. "Glücklicherweise hat die Wirtschaft im Sommer dank niedriger Fallzahlen wieder aufholen können", ergänzte IW-Direktor Michael Hüther mit Blick auf die Statistiken in der Coronakrise.

"Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, werden wir zum Jahreswechsel 2021/2022 das Vorkrisenniveau wieder erreicht haben." Für das laufende Jahr rechnen die Forscher mit einem Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes von rund 6,2 Prozent - "vorausgesetzt, es gibt keinen zweiten Lockdown".

In der Coronakrise seien zwar die Exporte eingebrochen und der private Konsum stark gesunken. Aber der Sommer habe etwas Hoffnung gebracht, erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). "Die staatlichen Hilfen und die Bauwirtschaft kurbeln die Konjunktur an. Die Industrie schafft sich auch wieder aus dem Tal heraus." Die Investitionen dürften allerdings 2020 um 20 Prozent zum Vorjahr einbrechen. Sollte sich die Weltwirtschaft weiter stabilisieren, könne es hier 2021 wieder ein Wachstum von rund 12,5 Prozent geben.

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Die Pandemie trifft den deutschen Arbeitsmarkt laut IW mit deutlich mehr Wucht als die Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Zwar sorge die Kurzarbeit dafür, dass Unternehmen nicht allzu viele Mitarbeiter entlassen müssten, aber die Zahl der Erwerbstätigen werde in diesem Jahr um 350.000 sinken. "Nur wenige Arbeitsuchende finden einen Job, entsprechend gibt es 2020 etwa 500.000 Arbeitslose mehr als im Vorjahr." Viel hänge vom weiteren Verlauf der Virus-Krise ab. "Bei fortdauernder Beeinträchtigung durch die Pandemie muss damit gerechnet werden, dass auch Kurzarbeiter in zunehmendem Maß ihre Arbeitsplätze verlieren." (reuters/apa/red)