Forschung

Der "kleine Innovationsscheck" ist ausgelaufen

Nach zehn Jahren ist Ende 2017 der "Kleine Innovationsscheck" ausgelaufen. Mit der Aktion sollten Klein- und Mittelunternehmen (KMU) beim Start von Forschungsprojekten unterstützt und damit neue Akteure ins Innovationssystem geholt werden. Rund 6.000 mal hat die Forschungsförderungsgesellschaft FFG diese 5.000-Euro-Förderung genehmigt. Der "Innovationsscheck-Plus" (10.000 Euro) wird weitergeführt.

Auftragsforschung FFG Forschung Innovation

Der Innovationsscheck wurde von der FFG entwickelt und mit November 2007 gestartet. Für KMU gab es eine Förderung in Höhe von 5.000 Euro, um erstmals ein Forschungsprojekt zu starten bzw. effizienter und effektiver durchführen zu können und damit rascher zur Marktreife zu gelangen. 2001 wurde dieses Instrument durch den "Innovationsscheck-Plus" mit einem Fördervolumen von 10.000 Euro plus Selbstbehalt ergänzt. In Summe hat die FFG bis Ende des Vorjahres rund 9.300 Anträge für beide Formate bearbeitet und etwa 7.000 Schecks (davon 5.900 Kleine Innovationsschecks) genehmigt.

Die Bilanz der FFG ist positiv: Es handle sich um ein gut nachgefragtes Förderformat, mit dem es gelinge, eine große Gruppe von Unternehmen neu für die Forschungsförderung zu gewinnen, hieß es in der FFG auf Anfrage der APA. Rund 70 Prozent der Unternehmen, die einen solchen Scheck in Anspruch genommen haben, seien "Newcomer", "mit Innovationsscheck-Projekten gelingt es, die Innovationsbasis zu verbreitern". Zudem würden dabei neue Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen entstehen und weitere Projekte folgen. Das wurde auch im Vorjahr durch eine Evaluierung bestätigt.

Ein Viertel der eingelösten "Kleinen Innovationsschecks" ging nach Wien, 19 Prozent in die Steiermark, 17 Prozent nach Oberösterreich und 16 Prozent nach Niederösterreich. Das Gros der Forschungspartner waren außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (43 Prozent), gefolgt von Universitäten (34 Prozent) und Fachhochschulen (20 Prozent). Einrichtungen der Austrian Cooperative Research (ACR), des Dachverbands der kooperativen Forschungsinstitute, haben 528 Innovationsschecks bearbeitet und liegen damit noch vor den Technischen Universitäten und Fachhochschulen, wie die ACR in einer Aussendung mitteilte.

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Grund für die Einstellung des "Kleinen Innovationsschecks" waren die sinkende Nachfrage nach Einführung des höher dotierten Plus-Schecks bzw. die Evaluierungsempfehlung einer höheren Dotierung, weil sich "mit 5.000 Euro kaum mehr sinnvolle Forschungsprojekte realisieren lassen. Deshalb wird der höher dotierte Innovationsscheck-Plus mit Selbstbehalt weitergeführt.

Für die ACR ist ein leichter Zugang zur Innovationsförderung wichtig, speziell für KMU seien niederschwellige Angebote wichtig, um den Zugang zu Forschung und Entwicklung zu erleichtern. Der Innovationsscheck habe viel dazu beigetragen, die Barriere für KMU zu verringern und Forschungsvorhaben zu realisieren, heißt es in einer Aussendung.

Um die durch das Auslaufen des "Kleinen Innovationsschecks" entstehende Lücke zu schließen, wollen die ACR mit dem "Innovationsagenten" ein neues niederschwelliges Dienstleistungsangebot einführen. Nach dänischem Vorbild sollen dabei speziell geschulte Experten gemeinsam mit KMU Möglichkeiten für Innovationen aufspüren und die Firmen bis zur Umsetzung begleiten. Noch fehlt den ACR allerdings die Finanzierung dafür. Sie haben einen Antrag auf jährlich 350.000 Euro für drei Jahren beim Wirtschaftsministerium gestellt, hieß es auf Anfrage der APA.