Löhne

Das bringt 2019: Leichter Anstieg der Löhne in Österreich

In einigen Branchen bekommen Arbeitnehmer 2019 eine Lohnerhöhung knapp über der erwarteten Teuerungsrate - vor allem in der Metallindustrie. Allerdings geht von der heurigen Lohnerhöhung der Metaller mehr als die Hälfte des Geldes an den Staat. Bei den Arbeitern kommen nur 44 Prozent an.

Abermals Lohnerhöhungen über der prognostizierten Inflationsrate von 2,1 Prozent (OeNB) erwarten die Arbeitnehmer im kommenden Jahr. Besonders gut sieht es für die Metaller aus, die zum Teil bis zu 4,3 Prozent mehr bekommen. Beamte bekommen im Schnitt 2,76 Prozent Gehaltserhöhung, die Handelsangestellten 2,83 Prozent.

Vom Kollektivvertrag für die Metalltechnische Industrie (FMTI) sind 130.000 Beschäftigte betroffen. Ab 1. Juli 2019 gibt es Zuschläge von 100 Prozent für die elfte und zwölfte Arbeitsstunde bzw. ab der 51. Wochenstunde. Der Lohnanstieg selbst ist gestaffelt: Es gibt ein Plus von 3,0 bis 4,3 Prozent. Auch Lehrlinge bekommen künftig mehr Geld.

Auf die Hand gibt es nicht viel mehr

Allerdings geht von den Lohnerhöhungen der Metallindustrie das meiste Geld an den Staat, meinte kürzlich der Volkswirtschaftler Friedrich Schneider von der Uni Linz. Demnach kommen von der Lohnerhöhung nur 44 Prozent bei den Arbeitern an - 56 Prozent gehen an den Staat. Dazu: Das wahre Lohnplus der Metaller: Weniger als drei Prozent >>

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Vor Schneider hat bereits die wirtschaftsliberale Denkfabrik Agenda Austria ganz ähnliche Zahlen vorgelegt. Der heurige KV-Abschluss der Metaller bringt demnach einem Arbeiter mit einem durchschnittlichen Lohn nur 2,8 Prozent mehr netto am Lohnzettel. Gleichzeitig steigen der Berechnung zufolge die Abgaben und Steuern um 4,2 Prozent. "Hauptgewinner ist also der Staat", meldet Agenda Austria hier (externer Link) >>

Die Beamten bekommen eine sozial gestaffelte Gehaltserhöhung zwischen 2,51 Prozent für die hohen und 3,45 Prozent für die niedrigen Einkommen. Im Durchschnitt bedeutet das eine Erhöhung um 2,76 Prozent. Von der Gehaltserhöhung profitieren rund 200.000 öffentlich Bedienstete beim Bund und knapp 260.000 Mitarbeiter bei Ländern und Gemeinden.

Für die über 400.000 Beschäftigten im Handel gibt es eine Erhöhung von 2,5 Prozent, die unteren Gehaltsstufen werden im Schnitt um 3,2 Prozent erhöht, die Lehrlingsentschädigungen um 8 Prozent.

Pensionen bis zu 1.115 Euro werden um 2,6 Prozent angehoben. Danach sinkt der Anpassungsfaktor bis zu einer Pension von 1.500 Euro auf zwei Prozent ab. Wer zwischen 1.500 und 3.402 Euro bezieht, erhält exakt die Teuerung von zwei Prozent abgegolten. Für Pensionen über der ASVG-Höchstpension, in der Regel Beamte, ist ein Pauschalbetrag von 68 Euro vorgesehen.

Wieder "Nulllohnrunde" für Spitzenpolitiker

Keine Aufstockung ihrer Gehälter haben sich für das kommende Jahr die Politiker der obersten Einkommenskategorien (Bundespräsident, Regierungsmitglieder, Staatssekretäre, Nationalratspräsidenten, Klubobleute, Rechnungshofpräsidentin und die drei Volksanwälte) genehmigt. Für einfache Abgeordnete und Bundesräte gibt es hingegen ein an der Inflationsrate angelehntes Plus von zwei Prozent. (apa/red)