Löhne

Darum sind heuer so viele KV-Verhandlungen viel härter als sonst

Metaller, Eisenbahner, Handel: Die Kollektivvertragsverhandlungen laufen heuer in vielen Branchen konfliktträchtiger und schleppender als in den vergangenen Jahren.

Bei den Eisenbahnern sind sieben Verhandlungsrunden ergebnislos verstrichen, bei den Metallern und Brauern vier. Die Handels-KV-Verhandlungen starteten heute ebenso unter komplizierteren Vorzeichen als in den Vorjahren.

Neben saftigen Gehaltserhöhungen fordern die Arbeitnehmervertreter durchwegs Kompensationen fürs neue Arbeitszeitgesetz. Darauf gingen die Arbeitgeber bisher nicht ein. Die Folge sind Betriebsversammlungen bei den Metallern und Brauern, deren Arbeitnehmer gar schon vor einer Bierknappheit warnen - und das im heißen Herbst, den die Gewerkschaften schon im Frühsommer angekündigt hatten. Die Eisenbahner bei ÖBB und anderen Bahnunternehmen führen eine Mitarbeiterbefragung durch.

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Die Gewerkschaften stoßen sich am neuen Arbeitszeitgesetz, bei dem sie sich übervorteilt fühlen. Auch bei den Plänen der ÖVP/FPÖ-Bundesregierung zur Sozialversicherungsreform sehen sie Arbeitnehmerrechte beschnitten.

Die Arbeitgeber argumentieren bereits, dass die politischen Vorkommnisse nichts in den KV-Verhandlungen zu tun hätten. Sie schließen Kompensationen fürs neue Arbeitszeitgesetz aus, als dessen Besteller die Arbeitnehmer die Arbeitgeber aber sehen. Wie weit sich die Eskalationsspirale weiter dreht, bleibt abzuwarten. (apa/red)

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