Coronavirus

Coronavirus: Deutschlands Chemiebranche warnt vor Schäden

"Mit jedem weiteren Tag, den die Corona-Epidemie andauert, vergrößert sich das Risiko negativer Folgen für die globale Wirtschaft", heißt es beim Branchenverband der sehr exportorientierten Industrie.

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Die deutsche Chemiebranche warnt vor den Folgen des Coronavirus für die exportorientierte Branche. "Mit jedem weiteren Tag, den die Corona-Epidemie andauert, vergrößert sich das Risiko negativer Folgen für die globale Wirtschaft", erklärte Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VCI.

Halte die Situation länger an, könne es zu Auswirkungen kommen, die über das erste Quartal hinaus ausstrahlten. "Dann wäre auch die investitionsgüter- und exportorientierte deutsche Industrie stärker betroffen - und damit auch die deutsche Chemieindustrie."

Bisher gebe es "kaum Auswirkungen" für die Branche in Deutschland, die rund 462.000 Menschen hierzulande beschäftigt und für 2019 rund 193 Milliarden Euro Umsatz anpeilte. In China aber hätten deutsche Chemiefirmen schon die Produktion gedrosselt, so der VCI in Frankfurt. Die Nachfrage in der Volksrepublik sei gesunken und Wertschöpfungsketten seien beeinträchtigt. Die Beschränkungen für Reisen und Transporte führten zu Verzögerungen bei Vorprodukten und der Kundenbelieferung, zu Personalengpässen und höherer Lagerhaltung.

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China ist ein wichtiger Absatzmarkt für die deutsche Chemie- und Pharmabranche und zugleich ein bedeutender Produktionsort. Das Branchenschwergewicht BASF etwa unterhält ein großes Werk in Nanjing und errichtet einen neuen Standort im südchinesischen Zhanjiang für rund zehn Milliarden US-Dollar (rund 9,2 Mrd. Euro). Unternehmen wie der Merck-Konzern haben als Reaktion auf das neuartige Coronavirus China-Dienstreisen für Beschäftigte eingeschränkt. (dpa/apa/red)